Engpässe nach Legalisierung von Cannabis im US-Bundesstaat Illinois

Innerhalb von nur fünf Tagen wurden mit dem Cannabis-Handel Einnahmen von elf Millionen Dollar erzielt.

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© APA (dpa)/Torsten Leukert

Springfield (Illinois), Chicago – Kaum ist Cannabis im US-Bundesstaat Illinois legalisiert, schon gibt es Lieferengpässe: Mehrere Verkaufsstellen mussten mangels Cannabis-Vorräten vorläufig schließen, wie von Verkäufer-Seite am Donnerstag zu erfahren war. Andere Verkaufsstellen beschränken sich bis auf Weiteres darauf, Cannabis zu medizinisch-therapeutischen Zwecken herauszugeben.

Innerhalb von nur fünf Verkaufstagen wurden den Statistiken zufolge mit dem Cannabis-Handel in Illinois Einnahmen von elf Millionen Dollar (9,90 Mio. Euro) erzielt.

2,2 Milliarden Euro pro Jahr

Die Einnahmen könnten nach Experteneinschätzung künftig noch stark in die Höhe schnellen. Das Fachmagazin Marijuana Business Daily veranschlagte den möglichen Verkaufserlös auf umgerechnet gut 2,2 Milliarden Euro im Jahr. Bisher gibt es in Illinois 37 Verkaufsstellen, davon zehn in Chicago. Der Bundesstaat will aber ab der Jahresmitte dutzende neue Lizenzen an Händler und Cannabis-Produzenten vergeben.

Die Legalisierung gilt für Nutzer ab 21 Jahren. Einwohner von Illinois dürfen ab dieser Altersgrenze seit der Jahreswende bis zu 30 Gramm Cannabis, fünf Gramm Cannabis-Konzentrat oder 500 Milligramm des Cannabis-Wirkstoffs THC besitzen. Wer seinen Wohnsitz nicht in Illinois hat, sich aber dort aufhält, darf bis zu 15 Gramm Cannabis mit sich führen.

Im neuen Jahr hatten sich an den Verkaufsstellen gleich lange Schlangen gebildet. Gouverneur Jay Robert Pritzker will mit der Legalisierung zugleich das Justizsystem entlasten und Zehntausende Menschen in die Freiheit entlassen, die wegen geringfügiger Delikte im Zusammenhang mit Cannabis-Konsum verurteilt worden waren. Direkt bei der Umstellung begnadigte der Gouverneur 11.017 Menschen. Insgesamt sind mehr als 700.000 Begnadigungen geplant.

Krieg gegen Drogen „gescheitert“

Mit der Legalisierung von Cannabis als Genussmittel beende Illinois einen „gescheiterten Krieg gegen Drogen“, sagte die Staatsanwältin Kim Foxx. Dieser Kampf habe „unverhältnismäßige“ Auswirkungen auf afroamerikanische Bürger und Mitglieder anderer Minderheiten gehabt.

Vor Illinois haben schon zehn andere US-Bundesstaaten sowie Washington D.C. Cannabis als Genussmittel legalisiert. In 34 Bundesstaaten sowie in der US-Hauptstadt ist der Cannabis-Konsum aus medizinischen Gründen erlaubt. Die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA stuft Marihuana aber weiterhin als eine gefährliche Substanz ein – ebenso wie LSD oder Heroin. (APA, AFP)


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