Osttiroler rockten das Wiener Rathaus: Die besten Bilder vom Tirolerball

Der 28. Tirolerball stand im Zeichen der Lienzer Dolomiten. Rustikale Schuhplattler, moderner Tanz und Musik von traditionell bis rockig überzeugten die Besucher: Wer noch nie in Osttirol war, hat etwas versäumt.

Tanz und Musik vom Bezirksorchester Lienzer Talboden standen ebenso auf dem Programm wie der Festeinzug zur Eröffnung.
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Von Catharina Oblasser

Wien, Lienz –„Wir kommen in friedlicher Absicht“, scherzte Landeshauptmann Günther Platter bei seiner Ansprache zur Eröffnung des 28. Tirolerballs in Wien. Diesmal war es gemeinsam mit dem Tirolerbund in Wien Aufgabe der 15 Gemeinden des Lienzer Talbodens, für das Programm zu sorgen. Dank Platters Versicherung ließen sich die über 1500 Ballbesucher auch nicht von den Lienzer Schützen einschüchtern, die im Festsaal Spalier standen. Sie sorgten für einen reibungslosen Einzug der Abordnungen und Repräsentanten, die Osttirol im Wiener Rathaus zur Geltung brachten. Das Motto war Programm: „Wir bringen die Lienzer Dolomiten nach Wien.“

Mit dabei waren Vertreter der 15 Gemeinden, die sich mit der Bezirkshauptstadt zum „Zukunftsraum“ zusammengeschlossen haben, Musik, Tänzer, Traditionsvereine, Fahnenabordnungen und Brauchtumsgruppen. Wer noch nie in Osttirol gewesen sei, habe etwas versäumt, merkte der Tiroler Landeshauptmann an. „Es ist atemberaubend schön“, so Platter. Und ein Aufenthalt in den Lienzer Dolomiten verlängere das Leben, meinte er.

Tirolerbund-Obmann Johann Baumgartner, LH Günther Platter, Ministerin Margarete Schramböck, der Wiener Landtagspräsident Ernst Woller, die 2. NR-Präsidentin Doris Bures, Planungsverbandsobmann Josef Mair, Susanne Baumgartner und Dompfarrer Anton Faber.
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Die Wiener Gastgeber vertrat Ernst Woller, Präsident des Wiener Landtags. „Rund 40.000 Tiroler leben bei uns in Wien. Und wir sind stolz darauf“, meinte Woller. Dem konnte sich Johann Baumgartner, Obmann des Tirolerbundes in Wien, nur anschließen. Stolz war auch Josef Mair, der als Planungsverbandsobmann die 15 Gemeinden des Lienzer Talbodens vertrat. Man habe keine Mühen gescheut, um den Ballabend unvergesslich zu machen. Das Publikum war eindeutig auf das Tirolerische eingestimmt: Dirndln und Trachtenanzüge, so weit das Auge reichte, kaum ein Gast war in herkömmliche Abendgarderobe gehüllt.

Was die Programmgestalter musikalisch zu bieten hatten, zeigte sich in den folgenden Stunden. Nicht nur traditionelle Blasmusik mit dem Bezirksblasorchester oder Volksmusik mit dem Ensemble Da Iselklong lockten die Besucher in Scharen auf die Tanzfläche. Auch Modernes von Suntown Music ließ den Tanzboden glühen, von Reggae bis Swing. Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik ließ sich ebenso auf der Tanzfläche sehen wie zahlreiche Bürgermeister der Osttiroler Gemeinden.

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Bürgermeisterchor nach Mitternacht: Zu hören war der selbst gedichtete „Lienzer Talbodenmarsch“.
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In einem der kleineren Säle hatte der Club der Osttiroler in Wien seinen fixen Treffpunkt für Bekannte aus der alten Heimat aufgeschlagen.

Um Mitternacht steuerte die Ballnacht auf ihren Höhepunkt zu. Die Mitternachtseinlage wurde von der Volkstanzgruppe Lienz, den Oberlienzer Plattlern und den jungen Mädchen und Burschen der Tanzschule Valeina bestritten. Akrobatik pur zeigten sowohl die „g’standenen Manda“ in ihren Lederhosen als auch die jungen Tänzer in ihren fluoreszierenden Anzügen. Stark in der Tradition verwurzelt, aber genauso der Zukunft und der modernen Technik zugewandt – das drückte die umjubelte Programm-Nummer aus.

Um Mitternacht wurde es im Rathaus akrobatisch: Die Volkstanzgruppe, die Oberlienzer Plattler (im Bild) und die Akrobaten der Tanzschule Valeina vereinten in der Mitternachtseinlage Rustikales und Modernes in einer gemeinsamen Tanznummer.
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Apropos Tradition: Nicht fehlen durfte neben dem An­dreas-Hofer-Lied die inoffizielle Tiroler Landeshymne: „Du bist das Land, dem ich die Treue halte, weil du so schön bist, mein Tiroler Land“, erklang es aus Hunderten Kehlen im Rahmen der Eröffnung. Dieses Lied stammt von den Brüdern Florian und Josef Pedarnig aus Osttirol.

Beeindruckt vom großen Aufgebot an Trachten, Brauchtum und Musik zeigten sich die Ehrengäste des Balls: Die zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures gab den Osttirolern und dem Tirolerbund im Wiener Rathaus die Ehre, Dompfarrer Toni Faber und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck waren da, aus Innsbruck waren Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe und Landesrätin Gabriele Fischer angereist.

Das gesamte Wochenende bot nicht nur eine rauschende Ballnacht, sondern auch einen offiziellen Empfang der Stadt Wien, der schon am Samstagvormittag stattfand. Am Sonntag stand für die Abordnung aus Osttirol auch einiges auf dem Programm: die Kranzniederlegung beim Andreas-Hofer-Denkmal, eine Messe im Stephansdom und ein Festumzug über den Graben und den Kohlmarkt. Die Ballfahne wurde dann an die Gemeinde Ebbs übergeben, die 2021 den Tirolerball in Wien ausrichten wird.

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