Leise Hoffnung im Streit um Nachtdienstzulage

Gesundheitslandesrat Tilg hält Nachtdienstzulage auch im neuen Pflege-Gehaltsmodell für möglich.

(Symbolbild)
© APA/BARBARA GINDL

Innsbruck –Diese Woche dürfte für alle Beschäftigten im Tiroler Pflegebereich eine entscheidende werden. Soll es doch in den kommenden Tagen zu einer Lösung noch offener Punkte im Dauerstreit rund um das neue Entlohnungsschema in der Pflege kommen, wie aus dem Landhaus zu vernehmen ist.

Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (VP) lässt jedenfalls bereits im Vorfeld der für Mittwoch angesetzten Pflege-Enquete mit versöhnlichen Tönen in Richtung der Pflegemitarbeiter aufhorchen. Allen voran rund um die Frage der Nachtdienstzulage. Wie berichtet, stand die Gemeindeabteilung bis kurz vor Weihnachten auf dem rechtlichen Standpunkt, dass eine Nachtdienstzulage im neuen Modell („All-inklusive-Verträge“) nicht mehr von den Heimbetreibern auszubezahlen sei. Die ARGE Altenheime verwies auf die Tirol Kliniken, wo dies sehr wohl der Fall sei. Und selbige wollen das auch weiter so praktizieren. Worauf die Gemeindeabteilung das betreffende Info-Schreiben zurückzog und weitere Gespräche ankündigte.

Tilg verweist auf TT-Anfrage zwar auf noch nötige Abstimmungen mit Gemeinde-Landesrat Johannes Tratter (VP), hält aber fest, dass das Gehaltssystem der Tirol Kliniken eben als Grundlage für jenes in der Langzeitpflege diente. Im Umkehrschluss sei deshalb „evident, dass das für sämtliche Lohnbestandteile, also auch für die Nachtdienstzulage im Pflegebereich, gelten muss“. Im Klartext: Die Nachtdienstzulage müsse auch künftig allen Pflegekräften ausbezahlt werden.

Doch auch in einem zweiten Punkt scheint Tilg jetzt einzulenken. Noch vor den Wirren um die Nachtdienstzulage hatten Pflegeassistenten beklagt, dass ein Umstieg ins neue Gehaltsmodell zu massiven Einbußen führen würde. Der Landtag besserte im Dezember in Folge das Gemeinde-Vertragsbedienstetengesetz kurzfristig nach. Nun können Gemeinden der Pflegeassistenz freiwillig eine Zulage im Höchstmaß von 205 Euro gewähren. ARGE und Liste Fritz forderten deshalb eine Verlängerung der mit 31. Dezember geendeten Optionsfrist, um allen die Chance zu geben, sich ihre Einkommen neu durchrechnen zu lassen. Tilg will Möglichkeiten für eine Verlängerung jetzt „nochmals prüfen“, wie er der TT bestätigt. Schätzungsweise soll das Land von sechs Prozent an Optierenden ausgehen. (mami)

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