Alles neu in der Regierung: Viele Frauen, kleine Mehrheit

Eine knappe Woche ist die erste türkis-grüne Bundesregierung im Amt. Ein Überblick über die Besonderheiten der neuen Polit-Mannschaft.

Die erste Ministerratssitzung der türkis-grünen Regierung diese Woche verlief entspannt und unaufgeregt, hieß es von den Akteuren.
© APA

Von Carmen Baumgartner-Pötz

Wien – An Premieren und Rekorden fehlt es der am Dienstag angelobten, neuen türkis-grünen Bundesregierung nicht. Das fängt damit an, dass es eine Zusammenarbeit der Volkspartei mit den Grünen zwar in einzelnen Bundesländern schon seit einigen Jahren gibt – in Tirol etwa seit 2013 –, auf Bundesebene ist das aber erstmals der Fall. Angeführt wird das Kabinett vom dienstältesten Regierungsmitglied und gleichzeitig immer noch jüngsten Bundeskanzler, den das Land je hatte, Sebastian Kurz (33).

Beachtlich ist der Frauenanteil des neuen Kabinetts, und das, obwohl Kurz bekanntlich – anders als die Grünen – kein Fan von Quoten ist. Acht der 15 Regierungsmitglieder – also Minister und Kanzler – sind Frauen, das macht eine Quote von 53,3 Prozent.

Wenig überraschend ist beim türkisen Teil der Regierungsmannschaft außerdem der hohe Anteil an Personen, die sich dem Bundeskanzler schon in der Vergangenheit bewiesen haben – sei es durch inhaltliche Sattelfestigkeit und

oder absolute Loyalität. Elisabeth Köstinger zählt zu dieser Gruppe: Die ehemalige EU-Parlamentarierin und Generalsekretärin nahm etwa im Zuge der letzten Regierungsbildung (viel kritisiert) für einen Monat Platz am Sessel der Parlamentspräsidentin, ehe sie Landwirtschaftsministerin wurde. Auch Gernot Blümel ist seit Langem an der Seite von Sebastian Kurz, insofern ist der Aufstieg ins wichtige Finanzressort mehr als logisch.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Mit nur 97 Abgeordneten hat diese Regierung den geringsten Rückhalt im Nationalrat aller nach dieser Wahl möglich gewesenen Koalitionsvarianten. Gleichzeitig wird die ÖVP im Lauf der Periode die SPÖ überholen: Am 16. Mai 2024 ist die ÖVP dann (so die Regierung nicht vorher scheitert) um einen Tag länger Regierungspartei als die Sozialdemokraten.


Kommentieren


Schlagworte