Volkstheater in Halle E: Anna Badora „sehr erleichtert“

„Sehr erleichtert“ zeigte sich Volkstheaterdirektorin Anna Badora am Montag im Rahmen eines Gesprächs vor Journalisten in der Halle E im Museumsquartier. Dort geht am Mittwoch mit der Premiere der Dramatisierung von David Schalkos „Schwere Knochen“ nun auch offiziell der Betrieb los, während das Volkstheater saniert wird.

Es habe in den vergangenen Monaten Momente gegeben, „in denen wir dachten, wir würden den heutigen Tag nicht erleben“, so Badora, die nicht nur von abgeklebten Fensterscheiben und Bohrlärm berichtete, sondern auch vom Arbeiten im Wintermantel, als zuletzt bei laufendem Betrieb bereits Fenster und Türen ausgebaut wurden. Nun hat man es geschafft: Von 29. Dezember bis 2. Jänner fanden die Umzugsarbeiten in die Halle E statt, wo bis zum 25. April nicht nur „Schwere Knochen“, sondern auch die Uraufführung einer „Klimatragödie“ mit dem Titel „Schuld und Söhne“ von Christine Eder und Eva Jantschitsch (ab 15. Februar) und zum Abschied der Liederabend „Alles geht“ gegeben wird.

Darüber hinaus übersiedeln auch drei aktuelle Stücke ins Museumsquartier: Im Repertoirebetrieb laufen „Der gute Mensch von Sezuan“, „Peer Gynt“ und „Wer hat meinen Vater umgebracht“, die allesamt seit Herbst am Volkstheater Premiere gefeiert haben und in weiser Voraussicht bereits für beide Bühnen eingerichtet wurden. Besonders freut sich Badora, dass mit Yael Ronens „Gutmenschen“ und Dusan David Parizeks Inszenierung von Grillparzers „König Ottokars Glück und Ende“ im März auch zwei Wiederaufnahmen realisiert werden können, obwohl zahlreiche mitwirkende Schauspieler mittlerweile an anderen Häusern verpflichtet sind.

Bei Ronen und Parizek handle es sich „um zwei Regisseure, die das Volkstheater mit ihrer Arbeit wesentlich mitgeprägt haben“, so Badora, die sich im Zuge dessen auch vor allen Mitarbeitern des Volkstheaters und der Halle E bedankte. „Wir sind ja nicht verwöhnt: Wir haben auch bisher im permanenten Ausnahmezustand Ausnahmeleistungen vollbracht“, spielte die 69-jährige auf die immer wieder verschobene Sanierung und die prekären Arbeitsbedingungen im maroden Haupthaus an. Zu ihrer eigenen Zukunft hielt sich die Intendantin bedeckt. Es gebe „einige Optionen“, es sei jedoch nicht der Zeitpunkt, darüber zu sprechen, sagte sie auf APA-Anfrage.

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Auch die Übernahme durch den designierten Direktor Kay Voges laufe reibungslos, im Rahmen der Sanierung sei man bestrebt, diese „seinen Vorstellungen streckenweise anzupassen“. Zudem gebe es mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Cay Urbanek „eine Brücke“ zwischen den beiden Direktionen. Apropos Brücke: Eine solche bietet auch die Spielstätte Volx/Margareten, wo es auch nach dem Abbruch der Zelte in der Halle E - wo die Festwochen anschließend einziehen - Programm geben wird.

Mit Jelineks „Urfaust / FaustIn and out“ in der Regie von Berenice Hebenstreit (Premiere am 28. Februar), der Uraufführung von „Körper-Krieg“ nach Motiven aus „Verlorene Spiele“ von Ines Geipel und einer noch unveröffentlichten Novelle von Martin Prinz sowie der Stückentwicklung „Wir Hungerkünstler/innen“ der Choreografin Florentina Holzinger stehen noch einige Premieren an. Durch die Bezirke tourt man ab 14. Februar mit „Weh dem, der lügt“ von Franz Grillparzer und ab 24. April mit Becketts „Warten auf Godot“.


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