1000 Seiten Prandtauer-Doku druckreif

Autorin Huberta Weigl hat 23 Jahre Arbeit in die Biografie über den Barockbaumeister aus Stanz investiert.

Barockbaumeister Jakob Prandtaue­r auf einem Gemälde.
© Wenzel

Stanz bei Landeck –Sie hat sich die Recherchen bzw. das Buchprojekt über Jakob Prandtauer (1660–1726) zur Lebensaufgabe gemacht: Huberta Weigl, Kunsthistorikerin aus Wien, investierte rund 23 Jahre Arbeit, um die erste Biografie seit 1926 über den aus Stanz stammenden Barockbaumeister zu verfassen. Den ersten Baustein legte sie 1997 mit einer Dissertation über den Oberländer Baumeister.

Inzwischen hat die Kunsthistorikerin ein 1000-Seiten-Manuskript verfasst, das kürzlich zur Buchproduktion in die Druckerei wanderte. „Ich bin sehr froh, dass die Seiten aus meiner Werkstatt sind“, atmete die Autorin im TT-Gespräch am Dienstag auf. Neben dem Text hat sie nicht weniger als 833 Bilder und Grafiken zur Bearbeitung eingereicht. In Absprache mit dem Verlag ist ein zweibändiges Werk im Großformat geplant. Die Produktion soll acht Monate in Anspruch nehmen. Bevor die Druckmaschinen laufen, hat das Lektorenteam des Verlags ein spannendes Lesevergnügen.

Autorin Huberta Weigl hat 23 Jahre Arbeit in die Biografie über den Barockbaumeister aus Stanz investiert.
© Wenzel

Eigentlich hatte sie den Druck bereits für 2016 geplant. Die Gemeinde Stanz, Geburtsort des Barockbaumeisters, hatte bei Weigl bereits 20 Buchexemplare bestellt. Doch gesundheitliche Probleme der beruflich selbstständigen Betreiberin einer Schreibwerkstatt in Wien, die mühsame Sponsorensuche sowie einige Ergänzungen zur Buch-Doku verzögerten die Publikation mehrmals.

Über Jahre begab sie sich auf Spurensuche und entstaubte alle greifbaren Dokumente in den monumentalen Prandtauer-Klöstern in St. Pölten und Umgebung. Selbst Original-Bücher aus der Bibliothek des Baumeisters konnte sie sichten – etwa ein Architekturbuch des italienischen Jesuiten, Malers und Architekten Andrea Pozzo mit dem Titel „Perspectivae Pictorum atque Architectorum II. Pars“, erschienen in Augsburg 1709. Darin findet sich der Besitzvermerk „Mier Jakob Prandtauer zu geherig“.

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„Meine frühere Zusage, das Werk in Landeck zu präsentieren, bleibt natürlich aufrecht“, hob die Prandtauer-Expertin hervor. „Ein Termin ist aber noch nicht fixiert.“ Die Buchvorstellung strebe sie jedenfalls „noch vor Weihnachten“ an. (hwe)

Stift Melk gilt als sein Hauptwerk, 16 Jahre Arbeit hat er investiert.
© Wenzel


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