Kampf gegen Tbc im Außerfern: Wild wird im Gatter geschossen

Bei der Bekämpfung von Tbc in der Gemeinde Kaisers im Außerfern muss zu drastischen Maßnahmen gegriffen werden. Die vom Seuchenschutz vorgesehene Abschussquote von Rotwild wurde verfehlt, deshalb sollen die Tiere nun mithilfe eines Wildgatters erlegt werden.

Die Quote von 58 Stück Rotwild, die entnommen werden hätten sollen, wurde um über 20 Stück verfehlt.
© Michaela Walch

Innsbruck, Kaisers –Alles Mögliche wurde in Kaisers versucht, nichts hat gefruchtet. Jetzt muss bei der Bekämpfung von Tbc in der Gemeinde im Außerfern zu drastischeren Maßnahmen gegriffen werden. Die vom Seuchenschutz vorgesehene Abschussquote von Rotwild wurde verfehlt, deshalb sollen die Tiere nun mithilfe eines Wildgatters erlegt werden. Das sieht auch ein Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichts vor.

Aufgrund der hohen Tbc-Infektionsrate und Rotwilddichte war im Jagdgebiet von Kaisers der Abschuss von 58 Stück Rotwild vorgesehen gewesen. Diese Quote wurde um über 20 Stück verfehlt. „Trotz intensiver Bemühungen war es in den vergangenen Wochen nicht möglich, das Rotwild mit herkömmlichen Methoden zu entnehmen“, erklärt Landesveterinärdirektor Josef Kössler. Das habe unter anderem auch an „ungünstigen Witterungsverhältnissen mit Föhn, milden Temperaturen und wenig Schnee“ gelegen, sagt er.

Wann das Wildgatter nun zum Einsatz kommen wird, ist laut Kössler noch unklar. Jedenfalls soll versucht werden, nur so viele Stück Rotwild zu erlegen, wie laut Abschussplan nicht getötet werden konnten. Der Landesveterinärdirektor betont, dass, „um möglichst tiergerecht vorzugehen, alle im Gatter befindlichen Tiere entnommen werden müssen. Wir wollen den richtigen Zeitpunkt abwarten und werden die Maßnahme bei geeigneter Witterung aktivieren.“ Die Methode stelle eine schonende Form der Entnahme dar.

Dass man bei der Bekämpfung von Tbc – einer bakteriellen Infektion, die von Tieren auf den Menschen übertragbar ist – auf die Wildgatter zurückgreifen müsse, bedauert der Bürgermeister von Kaisers, Norbert Lorenz. Er sieht darin aber auch eine Chance für einen Neustart: „Wenn mit dieser Maßnahmen die Abschussvorschreibung erfüllt ist, können wir in der nächsten Saison eine geordnete Jagd zur Verpachtung ausschreiben.“ Lorenz hofft, dass künftig neue Methoden zur Tbc-Bekämpfung erprobt werden.

Seit dem Jahr 2012 gibt es Anstrengungen, die Seuche im Oberen Lechtal einzudämmen. „Wir tun alles dafür, binnen einer Zehnjahresfrist aus dem Regime der Seuchenbekämpfung aussteigen und wieder zurück zu Abschussvorschreibungen nach dem Jagdrecht zu kommen“, erklärt Landesveterinärdirektor Kössler. (TT)


Kommentieren


Schlagworte