Beim FC Wacker wird über die Zukunft abgestimmt

In der morgigen Generalversammlung erhofft sich der FC Wacker eine Neuausrichtung. Einem Investoren soll der Einstieg ermöglicht werden.

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Von Florian Madl

Innsbruck –Die „Mission 2020“ blieb eine Vision. Von einem internationalen Auftritt des FC Wacker Innsbruck samt stabilem Auftritt in der Bundesliga ist der Traditionsklub derzeit weit entfernt, auch wenn viele Anhänger den Zweitligisten als „schlafenden Riesen“ titulieren. Das Interesse einiger Investoren – zuletzt war von drei konkreten Kandidaten die Rede – beflügelt die Phantasien jener, die den Klub schon bald wieder weiter oben sehen wollen. Zugrunde liegt dem die morgige Generalversammlung (MCI II, 17 Uhr), denn erst eine Statutenänderung würde den Einstieg eines Geldgebers ermöglichen. Die dringlichsten Fragen vorab:

Braucht es eine Statutenänderung? Ja! Der potenzielle Geldgeber will die Schlüsselpositionen selbst besetzen, so genannte Kernmitglieder sollen themenbezogen mehr Einfluss haben bzw. Entscheidungen treffen können. Das betrifft etwa betriebswirtschaftliche Fragen.

Werden Informationen zu den Investoren herausgegeben? Nein! Die Kandidaten forderten absolutes Stillschweigen ein.

Wird beim Verein nach einem potenziellen Abschluss alles neu gestaltet? Jein! Der FC Wacker soll nach eigenen Angaben „sinnvoll vom Sportverein zum Sportunternehmen“ heranwachsen. Man wolle weder überstürzt noch kurzfristig am Transfermarkt aktiv werden. Im Fokus: Administration, Infrastruktur und in weiterer Folge ab Sommer auch die Mannschaft.

Gibt es einen Plan B ohne Investor? Ja! Auch die Unterlagen für die Wirtschaftsprüfung der Bundesliga würde ohne Vertragsabschluss eine Zukunft im Profi-Fußball zulassen. Man wolle sich nicht kopflos in ein Abenteuer stürzen, heißt es.

Spielte man im Vorfeld alle Szenarien durch? Ja! Es gibt gelungene Investoren-Einstiege, allerdings auch gescheiterte. Grund: zumeist überhöhte Ziele, Zeitdruck bei der Vertragsgestaltung und „kulturelle Missverständnisse“, was die Herangehensweise betrifft.

Bleibt der FC Wacker Innsbruck ein Mitgliederverein? Ja! Auch Logo und Vereinsname bleiben unangetastet.

Sind alle Mitglieder stimmberechtigt? Nein! Lediglich die knapp 1200 ordentlichen dürfen zur Wahl, die 600 fördernden Mitglieder nicht. Gerechnet wird heute mit 300 bis 400 Gästen, eine Zwei-Drittel-Mehrheit ist vonnöten.

Muss das vierköpfige Management gehen? Nein! Das Quartett um Alfred Hörtnagl (Sport), Thomas Kerle, Peter Margreiter und Felix Kozubek bleibt auch nach der Generalversammlung im Amt, das Modell GmbH bleibt ohnedies erhalten.

Finden auch Neuwahlen statt? Nein! Die Funktionsperiode des amtierenden Vorstands wird verlängert, um einen geordneten Übergang zu gewährleisten. Dass Präsident Gerhard Stocker geht, verkündete der Wattener bereits. Die Suche nach einem neuen Team läuft bereits, auch Kandidaten schwirren schon herum.

Was wird bei der Generalversammlung noch verkündet? Die Finanzsituation, also das Ergebnis des Geschäftsjahrs 2018/2019 (bis 30.6.). Im Anschluss wird die Entlastung des Vorstands beantragt.


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