Neue E-Card lässt Skilehrer und Touristiker kochen

Weil seit 1. Jänner E-Cards nur noch mit Foto ausgegeben werden, müssen Beschäftigte aus EU-Ländern zur Registrierungsstelle pilgern.

Die neue E-Card bringt für die Versicherten keine Mehrkosten, sie wird gratis zugestellt und automatisch im Briefkasten landen.
© APA

Von Alois Vahrner

Innsbruck – Für Österreicher ist die Neuregelung großteils unproblematisch, weil die neuen E-Cards mit Foto in etwa 85 Prozent aller Fälle automatisch zugesandt werden – und zwar immer dann, wenn bereits ein Foto in einem öffentlichen Register (z. B. aufgrund eines Führerscheins, Passes, Personalausweises, etc.) hinterlegt ist. Dasselbe gilt für Ausländer, für die ein Foto im Fremdenregister hinterlegt ist. Dabei handelt es sich um Dienstnehmer aus Drittstaaten.

Ein großes Problem tritt aber für Versicherte ohne österreichische Staatsbürgerschaft auf, schlägt jetzt der Tiroler Skilehrerverband Alarm. In einem Brief wurden alle Skischulen jetzt nach einer Reihe bereits aufgetrener Probleme über die neue Rechtslage informiert. Denn „Gastarbeiter“ aus anderen EU-Ländern, etwa Skilehrer aus Holland oder Schweden, erhalten die für die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen erforderliche E-Card nur dann, wenn sie ihr Foto persönlich zu einer Registrierungsstelle bringen, sagt Skilehrerverband-Präsident Richard Walter und Geschäftsführer Christian Abenthung. Mitzubringen seien ein aktuelles Passbild, die alte E-Card (falls ausgestellt); sonst die österreichische Sozialversicherungsnummer und ein gültiges Reisedokument (im Original). Gefordert habe diese Neuregelung im Vorjahr das Innenministerium.

Für Tirol sei die Registrierungsstelle das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl in der Innsbrucker Franz-Werner-Straße 34 (Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 8 bis 12 und von 13 bis 15 Uhr, Terminvereinbarung Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr).

Das Problem sei, da jeder der Tausenden zu Versichernden persönlich einen Termin wahrnehmen müsse, für den gesamten Tourismus und die Skischulen prekär, so Abenthung. „Was passiert, wenn sich Tausende EU-Bürger auf den Weg nach Innsbruck machen müssen, um sich zu registrieren, kann sich jeder vorstellen. Ein absoluter Wahnsinn!“ Ohne ein in dieser Weise hinterlegtes Foto könne die Sozialversicherung aber keine E-Card ausstellen und damit erhalten EU-Beschäftigte im Bedarfsfall auch keine ärztliche Leistung.

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Laut aktueller Information der Österreichischen Gesundheitskasse Tirol (früher Tiroler Gebietskrankenkasse) sei in solchen Fällen eine Ersatzlösung möglich. Der Versicherte, wie ein ausländischer Skilehrer oder Saisonarbeiter, könne auch in einer Kundenservicestelle der Österreichischen Gesundheitskasse (Kundenservicestelle der TGKK) zumindest eine Ersatz-E-Card besorgen, mit der doch Leistungen möglich seien. Skilehrer und Touristiker wollen auf eine praktikablere Lösung drängen.


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