Klar verdichtete Wirklichkeiten in der Galerie Maier

Die Innsbrucker Galerie Maier erinnert an den vor 50 Jahren verstorbenen Bildhauer Hans Pontiller.

Monumental trotz 68 Zentimetern Länge: Hans Pontillers „Europa“, 1956 in Bronze gegossen.
© Gerhard Watzek

Von Edith Schlocker

Innsbruck – Die Innsbrucker Galerie Maier sieht es als eine ihrer Aufgaben an, vom Vergessenwerden bedrohten Tiroler KünstlerInnen eine Plattform zu bieten. Etwa dem Bildhauer Hans Pontiller, dessen Todesjahr sich heuer zum 50. Mal jährt. Ernst Barlach war unübersehbar das große Vorbild des 1887 in Jenbach geborenen Künstlers, der an der Wiener Akademie der bildenden Künste studiert hat und neben seiner Arbeit als ehemals gefragter Bildhauer mehr als 20 Jahre lang als Lehrer an der Innsbrucker Gewerbeschule junge Menschen mit dem Virus Kunst infiziert hat, darunter heute so anerkannte Künstler wie Oswald Oberhuber oder Rudi Wach.

Als Bildhauer war Hans Pontiller kein Revolutionär. Was sich nicht zuletzt darin zeigt, dass er lebenslang dem Abbildhaften verpflichtet geblieben ist, wenn auch phasenweise expressiv verdichtet oder formal geglättet. Wie sehr sich Pontillers Ausdrucksformen mit den Jahren geändert haben, vermittelt die Ausstellung bei Maier leider nicht. Sind hier doch schwerpunktmäßig in Bronze gegossene Kleinformate aus den 1950er-Jahren zu sehen, in denen sich Pontiller neben dem Porträt intensiv mit religiösen Themen auseinandergesetzt hat, als elegant rhythmisierte Vollplastik modelliert oder fast malerisch zum Relief reduziert. Das romanische Portal von San Zeno in Verona war hier das große Vorbild, aber auch weibliche Akte in kessen Posen gibt es in der Schau, umhängt von Zeichnungen als Medium kunstvoller Annäherung an die Form.

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