Stadt Piacenza will mit wiedergefundenem Klimt-Bild locken

Nachdem Gutachter das vor fast 23 Jahren in Italien gestohlene Klimt-Gemälde „Bildnis einer Frau“ als echt erklärt haben, plant die Gemeinde Piacenza Initiativen zur Verwertung des im Dezember wiedergefundenen Bildes. Angesichts des großen Interesses an dem Werk sollen neben einer Ausstellung mehrere Events rund um Klimt organisiert werden. Auch Bücher und ein Film sind in Planung.

„Ein Großteil der Finanzierungen, die wir 2020 für den Kulturbereich geplant haben, sollen in Initiativen zur Verwertung des Klimt-Gemäldes fließen“, erklärte die Bürgermeisterin von Piacenza, Patrizia Barbieri, laut lokalen Medien. Das Interesse für die Geschichte des nach 23 Jahren wieder aufgetauchten Gemäldes sei enorm. Ein Verleger sei an einem Roman über das Werk interessiert. „Auch viele internationale Regisseure haben uns kontaktiert, weil sie von der einmaligen Geschichte des Klimt-Bildes beeindruckt sind“, berichtete die Bürgermeisterin der norditalienischen Stadt laut Medienangaben.

Drei von der Staatsanwaltschaft Piacenza beauftragte Gutachter hatten am Freitag die Authentizität des in einem Verlies wiedergefundenen Werks bekanntgegeben. Jetzt soll das Gemälde einer Restaurierung unterzogen werden. Dieses sei zwar in gutem Zustand, Restaurierungsarbeiten seien jedoch notwendig, um kleinere Schäden zu beheben, sagte die im Fall ermittelnde Staatsanwältin Ornella Chicca.

Erst nach der Restaurierung soll das Bild der privaten Kunstgalerie Ricci Oddi zurückerstattet werden, aus der es entwendet worden war. Im Februar 1997 war das Porträt aus dem Museum verschwunden, die Diebe hatten nur den Rahmen zurückgelassen. Das Gemälde war in den 1930er-Jahren vom Gründer der Galerie, dem Sammler Giuseppe Ricci Oddi, erworben und bis zum Diebstahl in der Galerie aufbewahrt worden.

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Noch unklar ist, wie lange sich das Gemälde im Verlies befunden hatte, bevor es am 10. Dezember von einigen Arbeitern entdeckt wurde. Ermittlungen seien noch im Gange, um dies festzustellen, sagte Staatsanwältin Chicca. Nach über 20 Jahren sei der Diebstahl als Delikt verjährt. Vor einigen Tagen hatte ein Journalist der Tageszeitung von Piacenza „Libertá“, Ermanno Mariani, einen Brief zweier Männer aus Piacenza erhalten, die sich zum Diebstahl bekannten. Sie erklärten, sie hätten jetzt das Gemälde der Stadt „als Weihnachtsgeschenk“ zurückgegeben, da das Verbrechen verjährt sei und ihnen keine Strafe mehr drohe. Die beiden werden jetzt von den Ermittlern befragt und ihre Aussagen geprüft.

Zugleich plant die Staatsanwaltschaft eine gründliche Untersuchung der Fingerabdrücke und DNA-Spuren auf dem Bild. „Wir wollen begreifen, was vor 23 Jahren genau geschehen ist. Wir hoffen, bald wichtige Erkenntnisse zu haben“, sagte der Polizeichef von Piacenza, Pietro Ostuni.

Das Bild wurde von Klimt in seinen letzten Lebensjahren geschaffen. Es ist Teil einer Serie von Damenporträts, die der Künstler in den letzten Jahren seiner Arbeit kreiert hat. Das zwischen 1916 und 1917 entstandene Gemälde zeigt Gesicht und Torso einer jungen Frau mit braunem Haar vor grünem Hintergrund. Das Museum schätzte den Wert des Bildes auf 60 bis 100 Millionen Euro.


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