ÖHB-Männer weinten der Sensation gegen Spanien leise nach

Auch wenn sich Österreichs Handball-Männer am Samstagabend nicht unzufrieden zeigten: Angesichts des relativ knappen 26:30 gegen Titelverteidiger Spanien weinten sie der Sensation zumindest leise nach. „Spanien war über große Strecken in Reichweite“, sagte Kapitän Nikola Bilyk. Auch Teamchef Ales Pajovic betonte, während der Partie überzeugt gewesen zu sein, „dass wir die Spanier schlagen können“.

Letztlich war die rot-weiß-rote Fehlerliste in einer zumindest in der ersten Hälfte ausgeglichenen Partie zu lange. Mehrere verworfene Konter, Abspielfehler in der Offensive, unpräzise Zuspiele im Gegenstoß. „Spanien ist halt eine Weltklassemannschaft, die bestraft so etwas“, resümierte Goalie Thomas Eichberger. Auch Pajovic war um eine Einordnung bemüht: „In so einem heißen Spiel passieren natürlich auch Fehler. Die Wurfquote kann nicht immer so gut sein wie in der Vorrunde. Ich finde es schön, dass wir gezeigt haben, dass wir mit den Besten spielen können. Wir reden hier vom Europameister.“

„Ich habe das Gefühl gehabt, dass heute mehr möglich gewesen wäre als gegen die Kroaten“, betonte auch ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser. „Wir haben glasklare Möglichkeiten nicht genutzt, das war heute der Knackpunkt“, sagte der 43-Jährige, der aber „niemandem einen Vorwurf machen“ wollte. „Ich bin begeistert, wie die Mannschaft auftritt.“ Für Flügel Robert Weber war auch die Belastung im fünften Spiel innerhalb von neun Tagen ein nicht ganz unwesentlicher Faktor. „Die Müdigkeit hat sich reingeschlichen“, erklärte der Deutschland-Legionär.

„Wir haben uns im Angriff leichter getan als gegen die Kroaten“, konstatierte Bilyk. „Deshalb ist das besonders schade. Spanien war über große Strecken in Reichweite, die sind nicht über uns drübergefahren.“ Tatsächlich fiel das Endresultat relativ knapp aus, echte Chancen auf den Sieg hatte Österreich nach einem etwas zu verhaltenen Start in die zweite Hälfte aber eigentlich nicht mehr. „Wir hätten in der Pause führen können. Und wenn du dann so früh einen Rückstand aufreißt, dann ist es immer schwierig, gegen solche Mannschaften zurückzukommen“ sagte Flügel Sebastian Frimmel.

Viel Zeit zum Überlegen bleibt den Österreichern ohnehin nicht. Bereits am Montag wartet - diesmal zur Hauptabendzeit (20.30 Uhr/live ORF 1) - Deutschland, das mit dem 24:25 über die Kroaten am Samstagabend praktisch aus dem Halbfinalrennen ausschied. Ein Erfolg würde die ÖHB-Truppe dem Spiel um Platz fünf schon recht nahe bringen.


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