Für Saab-Ersatz gibt es mehrere Varianten

Für den Ersatz der alten Saab 105 Trainingsflieger gibt es mehrere Varianten, sollte die türkis-grüne Regierung vorhaben die Düsenflieger durch Leasing oder Kauf zu ersetzen. Wie Militärluftfahrtexperte Georg Mader im Gespräch mit der APA erklärte, kommen britische, tschechische und italienische Jets infrage. Er rät dazu, wie bisher auf zwei statt nur einen Flugzeugtypen zu setzen.

Eine Luftraumüberwachung mit zwei verschiedenen Typen habe mehrere Vorteile, vor allem wenn man wie im Falle Österreichs nur wenige Flugzeuge hat. Wenn Updates gemacht werden oder Systemfehler auftreten, sei man mit zwei Systemen flexibler und es komme nicht zu einem Stillstand. Ein Systemwechsel würde zudem einen jahrelangen Parallelbetrieb erfordern.

Nach Ansicht Maders wären mindestens sechs bis acht neue Flugzeuge neben den 15 Eurofightern als Ersatz für die Saab notwendig. Die günstigste Variante wäre ein Leasing. Eine Nicht-Beschaffung und Luftraumüberwachung nur mit den vorhandenen 15 Eurofightern wäre laut Mader aufgrund der kostenintensiven Flugstunden und hohen Betriebskosten der Eurofighter teurer als alles andere. Mit neuen doppelsitzigen Fliegern würde man sich auch das derzeitige zehn bis zwölf Mio. teure Auslandstraining ersparen.

Als mögliche Ersatzflugzeuge für die Saab nennt der Österreich-Korrespondent der Militärfachzeitschrift Jane‘s Defence den BAE Hawk, ein leichter britischer Strahltrainer, der rund 15 Mio. Euro das Stück kostet. Die zweite Variante wären tschechische Aero L-39NG (Next Generation) um rund zehn Mio. Euro. Als drittes kommen italienische Leonardo-Flieger infrage, hiervon gibt es eine kleine Variante (M345) für 10 Mio. Euro und eine große Variante (M346) für 20 bis 25 Mio. Euro. Alle diese Flieger könnten auch nur geleast werden, meint Mader.

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Er fügt aber dazu, dass die Hawk, die Tschechen und der kleiner Italiener nur als Trainer verwendbar seien und als Abfangjäger nicht taugen, weil sie zu langsam seien. Was ein Leasing kosten könnte, kann er seriös nicht sagen. Die zwölf amerikanischen F5-Jets, die Österreich von der Schweiz geleast hatte bevor die Eurofighter im Jahr 2007 kamen, haben für vier Jahre 75 Mio. Euro gekostet.

Da die Politik jahrelang die Entscheidung über einen Ersatz der Saab aufgeschoben hat, ergibt sich eine Lücke. Die Saab sind im heurigen Jahr endgültig am Ende ihres Lebenszyklus. „Ein Loch wird sich auftun, das ist nicht zu vermeiden“, so Mader. Dieses Problem wird im Zuge der Nachbeschaffung gelöst werden müssen.

Wenn eine Nachbeschaffung kommt, wird es nach den negativen Erfahrungen mit den Eurofightern wie bei den Hubschraubern ein „Government to Government-Geschäft“ sein. Hier könnte es eine gemeinsame Lösung mit dem Kauf der zwölf Mehrzweckhubschrauber um 400 Mio. Euro geben. Die Italiener bieten laut Mader ein „big Package“ mit Hubschraubern und Fliegern an.

Was die Eurofighter betrifft, steht demnächst ein Update der Freund-Feind-Abfragegeräte an. Diese kosten 400.000 pro Flugzeug bzw. sechs Mio. für alle 15 Stück. Würde man auch noch die von Minister Norbert Darabos (SPÖ) vorgenommene „Verstümmelung der Eurofighter wiedergutmachen, käme man auf 100 bis 150 Mio. Euro“, so Mader. Konkret wären die Infrarotnachtsicht, der elektronische Selbstschutz und vier große Allwetterlenkwaffen nachzubeschaffen. „Diese Dinge wären zeitgemäß, aber nicht zwingend.“ Dass Darabos bei seinem Deal auf die Tranche 2 verzichtet hat, werde den österreichischen Eurofightern immer nachhängen. „Sie werden immer daran leiden“, so Mader.


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