Empörung über Chinas Reiche

in der historischen Kulisse der Kaiserstadt in Peking.

„Am Montag ist geschlossen, wir vermeiden die Touristen, haben Spaß im Palastmuseum.“ Das inzwischen gelöschte Posting wurde bis Sonntag hunderttausendfach weitergeleitet und kommentiert. Die Verwaltung der Verbotenen Stadt, die eigentlich nicht mit Autos befahren werden darf, zeigte sich „zutiefst erschüttert“. In einer Entschuldigung wurde zugesichert, „solche Phänomene“ in Zukunft zu verhindern. Warum der Frau erlaubt worden war, in das sechs Jahrhunderte alte Weltkulturerbe zu fahren, wurde nicht erklärt.

„Regeln gelten für alle, und niemand hat das Privileg, verrückt zu spielen“, kommentierte das Parteiorgan „Volkszeitung“ über die Frau, die nach Medienberichten früher einmal vorgegeben hatte, in eine Familie der kommunistischen Aristokratie eingeheiratet zu haben. Der Vorfall in dem nationalen Heiligtum, an dessen Eingang ein Porträt des Revolutionärs und Staatsgründers Mao Tse-tung hängt, löste Kritik an der Vorzugsbehandlung der gut vernetzten neuen Reichen aus.

„Einige Leute setzen sich über das System hinweg“, hieß es in Kommentaren, die aber zunehmend zensiert wurden, um die Debatte zu begrenzen. Das Volk sei beunruhigt, „dass eine gerechte Ordnung nicht garantiert werden kann“. Auch schrieb einer: „An einem Ort mit solch besonderer Symbolik und kultureller Würde zeigen einige Leute ihre Privilegien auf diese Weise - frech und stolz.“

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