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Land ermittelt wegen Lufttaxi für russische Operndiva in Ischgl

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Für die Abreise nahm die Russin einen Helikopter.
© Thomas Boehm / TT

Von Thomas Hörmann

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Ischgl – Warum hebt am Ortsrand von Ischgl ein Hubschrauber aus Oberösterreich mit einer Opernsängerin aus Russland ab? Diese Frage beschäftigt derzeit das Amt der Tiroler Landesregierung: „Wir prüfen, ob der Flug illegal war“, bestätigt Klaus Hohenauer von der Luftfahrtbehörde der Landesverkehrsabteilung: „Die Polizei wurde mit Ermittlungen beauftragt.“

Ausgelöst wurden die behördlichen Nachforschungen von einem Zeugen, der den Abflug am 3. Jänner beobachtet, fotografiert und dann die Verkehrsabteilung informiert hat. Mittlerweile ergaben die Ermittlungen, dass die Künstlerin auf dem schnellsten Weg von Ischgl zum Flughafen nach München wollte. Und dafür buchte sie offenbar den Hubschrauber eines oberösterreichischen Unternehmens als Lufttaxi. Das Problem: Für eine Außenlandung wie am 3. Jänner in Ischgl ist eine Bewilligung notwendig. Und die lag offenbar nicht vor. Ein Versäumnis, das ins Geld gehen kann: „Die Höchststrafe liegt bei 22.000 Euro“, erklärt Hohenauer.

Das ist aber noch nicht alles: Geprüft wird auch, ob die naturschutzrechtlichen Bestimmungen verletzt wurden. Die erlauben nämlich nur einen „Arbeitsflug“. So dürfen etwa die Stars, die die Wintersaisonen in Ischgl eröffnen oder ausklingen lassen, durchaus mit dem Hubschrauber an- und abreisen. Weil sie auf der Bühne auftreten, also arbeiten. Doch die Opernsängerin hatte nach derzeitigem Ermittlungsstand keinen Auftritt in Ischgl, sie hielt sich offenbar nur als Urlauberin im Paznaun auf. Die bloße An- und Abreise mit dem Hubschrauber ist für Touristen aber nicht erlaubt.

Ermittlungen nach verbotenen Helikopterflügen sind kein Einzelfall: „Wir führen etwa drei Verfahren pro Jahr“, sagt Hohenauer.


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