Stromausfall bei Paris als Protest gegen Pensionsreform

Aus Protest gegen die Pensionsreform hat eine Gewerkschaft den Strom südlich von Paris abgestellt. Gegen 6 Uhr früh habe jemand mutwillig Schaden an einer Umspannstation angerichtet, teilte der Netzbetreiber Enedis am Dienstagvormittag mit. Rund 35.000 Kunden seien zeitweise ohne Strom gewesen.

Betroffen waren vor allen Dingen die Orte Orly, Rungis, Fresnes, Thiais, Wissous und Antony, wie der Sender Franceinfo berichtete. Auch der Flughafenzug Orlyval war unterbrochen. Der Flughafen Orly selbst war nicht betroffen, weil er an einer eigenen Stromversorgung hängt.

Zu der Aktion bekannte sich die Gewerkschaft CGT-Energie. „Damit die Leute über uns sprechen, braucht es Aufmerksamkeit“, sagte Gewerkschaftsfunktionär Sébastien Menesplier Franceinfo. Enedis verurteilte die Aktion aufs Schärfste. Der Netzbetreiber kündigte rechtliche Schritte an. Der Wohnungsminister Julien Denormandie nannte die Aktion „skandalös und unverantwortlich“.

Die Hardliner-Gewerkschaft CGT lehnt die Pensionsreform komplett ab. Bereits in der Vergangenheit war es im Zuge der Proteste zu mutwilligen Stromausfällen gekommen. Die französische Regierung hatte zuletzt ein deutliches Zugeständnis an die Gewerkschaften im Streit um die Reformpläne gemacht. Das führte zu einer weiteren Spaltung. Das Hauptquartier der gemäßigten Gewerkschaft CFDT wurde daraufhin von anderen Gewerkschaften überfallen.

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