Ausgelaugte ÖHB-Männer zum Finale um besten Endrunden-Platz

Es ist für Österreichs Handball-Männer der letzte Akt der Heim-EM. Im siebenten Spiel innerhalb von 13 Tagen bekommt es die Auswahl von Ales Pajovic am Mittwoch (18.15 Uhr) mit Weißrussland zu tun. Gegen den formal schwächsten und wenig glamourösen Gegner in Hauptrundengruppe I will man die letzten Kräfte mobilisieren: Es geht um die beste ÖHB-Endrundenplatzierung der Handball-Neuzeit.

„Natürlich spürt man das eine oder andere Wehwehchen, wir werden unseren Körpern aber alles abverlangen, was noch drin steckt“, versprach Kapitän Nikola Bilyk. Pajovic ersparte seiner Mannschaft sicherheitshalber das Dienstagtraining. Das dichte EM-Programm fordert seinen Tribut, das war nicht zuletzt in der zweiten Hälfte im Deutschland-Spiel am Montag zu sehen. Die 22:34-Niederlage fiel letztlich wohl zu hoch aus, bitter war sie in jedem Fall. Zumal man sich davor leise Hoffnungen auf einen Überraschungserfolg und das damit verbundene Spiel um Platz fünf gemacht hatte.

Man habe die Vorstellung bereits aus den Köpfen getilgt, versicherte Bilyk. „Zum Glück haben wir nicht viel Zeit zum Nachdenken“, erklärte der Kiel-Legionär, der Ende kommender Woche schon wieder in der deutschen Liga gefordert sein wird. Pajovic zeigte sich überzeugt, dass seine Truppe nicht mehr am Montagresultat zu „knabbern“ habe. „Ich habe ihnen gesagt: ‚Kopf Hoch! Ihr müsst stolz auf die bisherigen Leistungen sein‘“, sagte der Slowene. „Gegen Deutschland und einen Tormann, der 50 Prozent hält, kannst du nur schwer gewinnen.“

Rang neun von der Heim-EM 2010 steht als bisherige Bestleistung bei Endrunden zu Buche. Gelingt gegen die Weißrussen zumindest ein Punkt, wäre man in Gruppe I Vierter und damit zumindest Gesamtachter - abhängig vom Punkte- und Torkonto des Vierten in Gruppe II vielleicht auch Siebenter. „Wir können noch immer das beste Ergebnis bei einer EM schaffen, und wir wollen einfach einen guten Abschluss. Denn wir haben abgesehen von der gestrigen Partie eine gute Europameisterschaft gespielt“, sagte Rückraum-Mitte Gerald Zeiner. Auch ihm war aber klar, dass es „körperlich und geistig nicht leicht“ wird.

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Pajovic ist sich der Chance auf Platz sieben oder acht bewusst, wollte die Erwartungen aber nicht zu hoch schrauben. „Kein Druck. Das einzige, was ich erwarte ist, dass sie 60 Minuten lang Gas geben.“ Ähnliches dürfte in den Köpfen der Weißrussen vorgehen. Schließlich ist es auch für sie das siebente Spiel, auch die Osteuropäer haben mit Rang sieben die beste Platzierung ihrer Historie in Aussicht.


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