ÖSV-Duo startet in Kitz-Super G aus Pole Position

Mit einer Doppelführung im Disziplinweltcup starten Österreichs Speedpiloten am Freitag zum Auftakt der 80. Hahnenkammrennen in den Super-G (11.30 Uhr/live ORF 1). Der letzte Weltcup-Super-G liegt mit 20. Dezember über ein Monat zurück, Vincent Kriechmayr holte den Sieg in Gröden. „Im Kampf um die Kugel ist Kitzbühel ein wichtiges Rennen“, weiß freilich auch Olympiasieger Matthias Mayer.

Zusätzlich zum Sieg wurde Kriechmayr Dritter in Lake Louise und Siebenter beim Erfolg des nun am Knie verletzten und fehlenden Schweizers Marco Odermatt in Beaver Creek, was ihn mit 196 Punkten die Führung im Disziplinweltcup vor Mayer (184), dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde (156) und dem Schweizer Mauro Caviezel (155) einbrachte. Mayer begann mit dem Sieg in Kanada, wurde Dritter in den USA, patzte aber etwas als Elfter in Südtirol.

„Mit zwei Saisonsiegen zählen wir auch in Kitzbühel zu den Favoriten. Ich bin guter Dinge, dass wir wieder zuschlagen können“, sagte Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher, der hofft, dass die Positionen eins und zwei „bis zum Schluss“ in österreichischer Hand bleiben.

Anders als in der Abfahrt sind die Chancen auf das Kristall realistisch. „Es ist eine andere Disziplin, da sieht man auch, dass Topleute wie Dominik Paris oder Beat Feuz, die in der Abfahrt dominieren, im Super-G nicht so Garanten sind. Auch wenn sie trotzdem gut dabei sind.“ Für den Disziplinfünften Paris aus Südtirol ist die Saison freilich nach Kreuzbandriss vorbei, der Schweizer Feuz ist Zwölfter.

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Kriechmayr, im Vorjahr hinter dem - heuer außer Form befindlichen - Deutschen Josef Ferstl, dem Franzosen Johan Clarey und Paris vor Mayer Vierter, erklärte, dass der Charakter des Super-G in Kitz jenem der Abfahrt nicht unähnlich ist. „Es ist sehr viel Tempo drinnen. Aber der Radius ist wesentlich enger. Letztes Jahr hat es ganz gut funktioniert, ich habe sogar noch einen Fehler gemacht, sonst hätte ich weiter vorne sein können. Gut analysieren und versuchen, das umzusetzen und da weiterzumachen, wo ich aufgehört habe.“

Ihm fehle (der verletzte) Hannes Reichelt, sagte Kriechmayr, der so etwas wie ein Lehrmeister gewesen sei, was die Linienwahl betreffe. Mit Mayer habe er aber einen erfolgreichen Teamkollegen. „Ich glaube, wir profitieren sehr gut voneinander.“ Dass man im Super-G zuletzt immer besser als in der Abfahrt gewesen sei, hänge damit zusammen, dass das Technische eine größere Rolle spiele. „Diesbezüglich sind wir sehr gut aufgestellt.“ Einen Schreckmoment hatte er im Abfahrts-Abschlusstraining am Donnerstag, als er stürzte, im Netz landete, aber unverletzt blieb.

Mayer versprach, ordentlich anzugreifen. Er gewann den Super-G auf der Streifalm bereits im Jahr 2017. Überhaupt hat er eine sehenswerte Bilanz aufzuweisen, kommen auf dem Hahnenkamm doch auch zwei zweite, ein dritter und eben der fünfte Platz 2019 dazu. „Die Abfahrt wird in Kitzbühel immer einen höheren Stellenwert haben, aber rein vom Sportlichen her sehe ich den Super-G sicherlich gleichwertig.“

Im Kampf um die Kugel sei noch einiges möglich. „Es gab mit der Abfahrt in Beaver Creek und dem Super-G in Gröden nur zwei Rennen, die für mich persönlich nicht nach Wunsch gelaufen sind. Der Rest war wirklich super, ich kann sehr zufrieden sein“, sagte der Sieger der Kombination von Wengen.

Für Daniel Danklmaier reichte es in diesem Winter im Super-G noch nicht für die Punkteränge. Was es heißt, in der Gamsstadt in der Abfahrt vorne mit dabei zu sein, weiß er von Platz fünf im Vorjahr. „Es ist sicher ein Riesenerfolg, den Super-G hier zu gewinnen. Das wäre ein Traum von mir, ich werde Vollgas geben. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, ist das nicht ganz gleichzustellen mit der Abfahrt“, meinte der Steirer.


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