Bundesheer laut Tanner in der Luft einsatzfähig

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hat am Donnerstag beim Besuch in der Einsatzzentrale der Operation „Daedalus 2020“ in St. Johann im Pongau die Einsatzfähigkeit der Luftraumüberwachung hervorgehoben: „Wir sind einsatzfähig in der Luft, rund um die Uhr.“ Im Zuge der Operation unterstützt das Heer die Schweizer Armee beim Schutz des Luftraums anlässlich des Davoser Weltwirtschaftsforums.

Dabei komme der Vertrag mit der Schweiz für die grenzüberschreitende Luftraumüberwachung zur Anwendung, demzufolge verdächtige Flugzeuge auch schon auf dem Staatsgebiet des Nachbarn abgefangen bzw. in Empfang genommen werden können. Mit Deutschland seien die Verhandlungen für ein derartiges Abkommen schon „weit gediehen“, so die Verteidigungsministerin. Tanner bezeichnete diese Art der Zusammenarbeit als „richtig und wichtig“. Gleichzeitig hielt sie fest, dass sie dennoch kein Ersatz für die „eigene, souveräne Luftraumüberwachung“ sein könne.

Daher werde man - wie im Regierungsprogramm mit den Grünen vorgesehen - eine „adäquate und kosteneffiziente Lösung“ für die Luftraumüberwachung finden. Die Typenentscheidung sei „keine einfache Sache“, soll aber - wie angekündigt - im ersten Halbjahr des laufenden Jahres erfolgen, bekräftigte Tanner. Jedenfalls würden Experten in den Prozess eingebunden.

Für sie ist es der erste Besuch in der „Einsatzzentrale Basisraum“ in St. Johann in Pongau, so Tanner. Erfreulich sei, dass es gleich „im Vollbetrieb“ anlässlich der Luftraumüberwachung für Davos erfolge. Ihr seien derartige Besuche bei der Truppe wichtig, betonte Tanner. Neben Zuhören gehe es auch darum, Zuversicht zu geben, erklärte die Verteidigungsministerin. Schließlich sei es eine „schöne Aufgabe, für die Sicherheit der Österreicher“ verantwortlich zu sein.

Die Einsatzzentrale, die sich in einem Bunker im Berginneren des Heukareck befindet, ist im Notfall völlig autark. Herzstück des Bunkers ist die Luftraumüberwachungszentrale. Dort laufen derzeit die Fäden der Operation „Daedalus 2020“ zusammen. An den Computerarbeitsplätzen, ausgestattet mit mehreren Schirmen und Telefon, werden die Flugbewegungen in Österreich und der benachbarten Schweiz verfolgt. Die Daten liefert das Radarsystem „Goldhaube“, das derzeit von mobilen Stationen unterstützt wird, erläuterte Oberst Peter Schinnerl. Falls nicht genehmigte Flugbewegungen entdeckt werden wird ein Eurofighter alarmiert.

Dann habe man einen sogenannten „Priorität-Alpha-Einsatz“, bei dem im schlimmsten Fall die Verteidigungsministerin eine Waffenfreigabe erteilen müsste. Im Schnitt komme es zu rund 50 „Priorität-Alpha-Einsätzen“ pro Jahr, also einen pro Woche, hieß es. Tanner habe erst vor Kurzem einen derartigen Anruf probeweise entgegen genommen, berichtete sie.

Die Operation „Daedalus“ dauert noch bis 25. Jänner. Beteiligt sind etwa 1.000 Soldaten, vier Eurofighter, Hubschrauber und Flächenflugzeuge wie vom Typ Pilatus, die u.a. zur Aufrechterhaltung des Flugfunks im gebirgigen Gelände eingesetzt werden.


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