China verstärkt wegen Coronavirus Sicherheitsvorkehrungen

China verstärkt zum Beginn seiner Neujahrs-Feiertage den Kampf gegen das neue Coronavirus. Der öffentliche Verkehr wurde in mittlerweile elf Städten unterbrochen. 37 Millionen Menschen sind abgeschottet. Tempelanlagen blieben geschlossen, um die Ausbreitung der Lungenkrankheit einzudämmen. In der am stärksten betroffenen Provinz Hubei wurde ein neues Krankenhaus eigens für Infizierte hochgezogen.

Wie die staatliche Zeitung „Changjiang Daily“ berichtete, wird in der Elf-Millionen-Metropole Wuhan aus Fertigbauteilen auf dem Gelände einer Ferienanlage das Spital mit 1.000 Betten errichtet. Es soll bis Montag einsatzbereit sein. Bestehende Krankenhäuser in Wuhan wandten sich mit Hilfsappellen an die Bevölkerung. Benötigt würden unter anderem Atemmasken, Schutzbrillen und medizinische Schutzanzüge. In Shanghai ordneten die Behörden die vorläufige Schließung des dortigen Disney-Freizeitparks an.

In Hubei sind neben der Provinzhauptstadt Wuhan auch in den Städten Huanggang, Lichuan, Jingzhou, Xianning, Huangshi, Chibi, Xiantao, Dangyang, Ezhou und Xiaogan strenge Beschränkungen für die Bewegung der Menschen erlassen worden. Die Verbindungen in andere Städte wurden gekappt.

Die Gesundheitsbehörden befürchten steigende Infektionszahlen in den kommenden Tagen. Am Freitag begannen die Feiertage rund um das chinesische Neujahrsfest. In dieser Zeit machen sich traditionell Hunderte Millionen Chinesen auf den Weg, um Verwandte und Freunde zu besuchen. Bisher haben sich 830 Menschen mit dem Virus infiziert, wie die Nationale Gesundheitskommission mitteilte. Die Zahl der Toten stieg demnach auf 25. Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt die Ausbreitung des Virus zwar einen Notstand für China dar, bisher aber keinen internationalen Gesundheitsnotstand. Dafür sei nicht der richtige Zeitpunkt, sagte der Vorsitzende des Notfallsausschusses, Didier Houssin. Er verwies darauf, dass es im Ausland bisher nur wenig Fälle gebe und dass China bereits selbst weitreichende Vorkehrungen getroffen habe.

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WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus stellte fest, China habe diejenigen Maßnahmen getroffen, die es für angemessen halte. „Wir hoffen, dass sie effektiv und von kurzer Dauer sind.“ Die WHO empfehle keinerlei Reise- oder Handelsbeschränkungen. Die WHO nehme den Ausbruch aber extrem ernst, sagte WHO-Chef Tedros. „Es ist noch keine Notlage von internationaler Tragweite, aber das kann es noch werden.“

Ausgebrochen ist die Krankheit in Wuhan, mutmaßlich auf einem Markt, auf dem illegal wildlebende Tiere verkauft wurden. Nach bisherigen Erkenntnissen von Wissenschaftern wurde das Virus von Schlangen auf Menschen übertragen. Wuhan sowie die nahe gelegene Sieben-Millionen-Stadt Huanggang stehen praktisch unter Quarantäne. Bahnhöfe waren größtenteils geschlossen. Nur wenige Züge hielten in den beiden Städten. Der Flugverkehr war ausgesetzt. An wichtigen Straßen waren Kontrollstellen eingerichtet.

Laut chinesischen Behördenangaben vom Freitag starb ein Patient außerhalb von Hubei. Der Todesfall wurde demnach in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang gemeldet. Bereits am Vortag war ein Todesfall in der nördlichen Provinz Hebei bekannt geworden. In den meisten Provinzen sind mittlerweile Infektionen bekannt.

Vereinzelt wurde das Virus auch schon bei Patienten in anderen Ländern wie Thailand, Japan, den USA, Vietnam und Südkorea nachgewiesen. In Europa ist bisher kein Fall bekannt.


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