Solarstrom-Anlagen in Landeck weiter im Vormarsch

Geförderte Eigenverbrauchsanlagen stehen bei Betrieben und Gemeinden hoch im Kurs. Landecker Expertin zeigt Vorteile von Ökostrom auf.

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Diese Photovoltaikanlage befindet sich in Zams, Betreiber Thomas Walser produziert 350.000 kWh jährlich – Solarstrom für 100 Haushalte.
© Wenzel

Landeck – Drei Förderansuchen für Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlagen hat das Landecker Regionalmanagemet regioL kürzlich bewilligt: Die Gemeinde Fließ installiert beim Sportzentrum eine Anlage mit einer Stromproduktion von 34.413 kWh jährlich, 88,7 Prozent werden vor Ort verbraucht. Das Projektvolumen liegt bei 71.000 Euro, 40 Prozent werden gefördert.

Ebenfalls auf Solarstrom setzt der Rieder Tischlereibetrieb von Stefan Tschallener: 57.000 kWh Jahresproduktion, Eigenverbrauch 92 Prozent, ebenfalls 40 Prozent Förderung. Schließlich betreibt der Sportartikelhändler Matt ein Pilotprojekt mit 25.341 kWh, 84 Prozent Eigenverbrauchsanteil.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Solarstrom zu nutzen. Die Investition rechnet sich spätestens in 15 Jahren.
Elisabeth Steinlechner 
(Energie-Expertin, Landeck)

Zu teuer, rechnet sich nicht, zu hohe Instandhaltungskosten? – „Das sind immer noch Vorurteile beim Thema Photovoltaik“, sagt die Landecker Energie-Expertin Elisabeth Steinlechner, Arbeitskreisleiterin bei regioL. „Nicht zuletzt dank Fördermitteln steigt die Produktion von nachhaltigem Ökostrom im Bezirk kräftig an.“ Die Expertin klärt auf: „Eine Photovoltaikanlage am Dach eines Einfamilienhauses rechnet sich in zwölf bis 15 Jahren. Größere Anlagen auf Betriebsgebäuden amortisieren sich schneller.“ Die für ein Einfamilienhaus benötigten Solarpaneele würden heute (nur noch) rund 8000 Euro kosten, samt Installation. „Wobei mit der PV-Anlage maximal 40 Prozent des Ökostroms im Haus verbraucht werden können.“

Deutlich mehr Eigenverbrauch (bis zu 100 Prozent) sind laut Steinlechner mit einem Batteriespeicher möglich. Allerdings sind Speicher (noch) teuer, die Kosten liegen ebenfalls bei 8000 Euro – wobei eine Förderung von 70 Prozent möglich ist.

„In Summe ist eine Eigenverbrauchsanlage eine attraktive und nachhaltige Investition. Die Lebensdauer liegt bei 30 bis 40 Jahren“, hob Steinlechner hervor. Sobald sich die Investition amortisiert hat, „darf sich der Betreiber über Gratisstrom freuen“. Zudem winke Geld für die Einspeisung des überschüssigen Stroms ins öffentliche Netz. Und: „Landecker Elektrobetriebe haben in Sachen Photovoltaik-Kompetenz kräftig aufgeholt.“ (hwe)


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