Intoleranz und Schweigen: Seefelds NS-Zeit aufgearbeitet

Seefeld war eines der Zentren illegaler nationalsozialistischer Aktivitäten in Tirol. Ein neues Buch beleuchtet die Hintergründe dazu.

Eine historische Aufnahme zeigt ein Treffen des NS-Kraftfahrerkorps in Seefeld.
© Dietrich Stefan

Von Denise Daum

Seefeld –„Aufarbeitung hat nichts mit Anklage zu tun.“ Diesen Satz muss Sabine Pitscheider oft sagen. Die Historikerin hat nach der Studie „Kematen in der NS-Zeit“ nun die Geschichte der Gemeinde Seefeld von 1932 bis 1950 aufgearbeitet. Die wissenschaftliche Untersuchung ist auch in Buchform beim Studienverlag erschienen. „Leute einer bestimmten Generation fühlen sich dadurch angeklagt“, erklärt Pitscheider. Wohl auch einer der Gründe, warum sich der Gemeinderat mehrheitlich gegen die Finanzierung dieser Studie über Seefelds NS-Vergangenheit ausgesprochen hat. Man möge es auch einmal gut sein lassen, so der allgemeine Tenor. Die 35.000 Euro zur Finanzierung gab es trotzdem – über Sponsoren und private Spenden. Auch kein alltäglicher Fall, wie Pitscheider bestätigt.

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