Landhaus in Innsbruck: NS-Geschichte im Fokus

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Bis zum Sommer soll die Kommission einen Endbericht zur Geschichte des Landhauses vorlegen.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Ein halbes Jahr nachdem die Landesregierung eine Kommission aus Fachleuten zur Aufarbeitung der Geschichte des Landhauses in Innsbruck eingesetzt hat, wurden nun erste Ergebnisse präsentiert. Analysiert und dokumentiert wird die geschichtliche Verankerung des „Neuen Landhauses“ mit dem Nationalsozialismus. Nach Durchsicht zahlreicher regionaler, überregionaler und internationaler Archive sowie privater Sammlungen zeichnen sich die inhaltlichen Schwerpunkte der weiteren Arbeit ab, beispielsweise sollen die konkrete Nutzung des Gebäudes und der darin stattfindende Berufsalltag dargestellt werden. „Einerseits gilt es, die architekturhistorischen Aspekte aufzugreifen. Andererseits ist das Baugeschehen an sich noch weiter zu durchleuchten – der Einsatz von Zwangsarbeitskräften bei der Gestaltung des Innenhofes ist nicht ausgeschlossen“, informiert Manfred Grieger, Leiter der ExpertInnenkommission.

Der „Erweiterungsbau“ wurde aufgrund der engen räumlichen Verhältnisse im „Alten Landhaus“ direkt nach der Machtübernahme der NSDAP veranlasst. Erst in der Nachkriegszeit und nach der Nutzung des Gebäudes durch die Militärregierung der amerikanischen und französischen Besatzung bis zum Jahr 1955 findet die Bezeichnung „Neues Landhaus“ Verwendung.

Ziel der Kommission ist es, bis zum Sommer einen Maßnahmenkatalog zur Dokumentation, Information und Erinnerung zu erarbeiten. Dieser soll in weiterer Folge von der Landesregierung geprüft und umgesetzt werden und die Geschichte des Neuen Landhauses um jene des Landhausplatzes ergänzen, dessen Mahn- und Denkmäler im Zuge des Neugestaltungsprozesses im Jahr 2008 eine bedeutende Rolle spielten. (TT)


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