Kurz spricht beim Weltwirtschaftsforum in Davos

  • Artikel
  • Diskussion

Zum Abschluss des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos wird sich am Freitag auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) an die im Ostschweizer Bergdorf versammelte Polit- und Wirtschaftselite wenden. Kurz wird um 11.30 Uhr im Rahmen eines „Gesprächs“ mit dem früheren Nestle-Chef Peter Brabeck-Letmathe auftreten. Der Villacher ist Vizechef des WEF-Aufsichtsgremiums.

Vor seiner Rede traf Kurz mit dem selbst ernannten venezolanischen Interimspräsidenten Juán Guaidó zusammen. Für Kurz war das Treffen das „politische Highlight“, wie er im Vorfeld sagte. Guaidó ist von mehreren Dutzend Regierungen, darunter jene der USA und zahlreicher europäischer Staaten wie Österreich, als legitimer venezolanischer Präsident anerkannt. Er hatte sich im Jänner zum Übergangspräsidenten ausgerufen. In Venezuela selbst sitzt aber der sozialistische Machthaber Nicolás Maduro weiterhin fest im Sattel.

Nach dem Treffen mit Kurz räumte Guaidó in einem Gespräch mit der Tageszeitung „Die Presse“ und der APA ein, dass die Situation im Land „schwierig“ sei. Er betonte, dass die Unterstützung des Kanzlers „sehr wichtig“ für das venezolanische Volk sei und er versuchen werde, auch Österreich zu besuchen. „Ich fühle mich Kanzler Sebastian Kurz sehr nahe“, sagte der 36-Jährige.

Maduro hatte erst am Donnerstag bei einem Protestmarsch in Caracas das „Scheitern des putschistischen Abenteuers“ gefeiert. In Richtung Guaidós sagte er: „Hurensohn, wer hat Dich eigentlich gewählt?“

Auf dem Weg nach Davos war Kurz am Donnerstag in Zürich mit Apple-Chef Tim Cook zusammengetroffen. Als Chef der neuen türkis-grünen Bundesregierung will Kurz neben der EU-Reform und der Digitalisierung auch den Klimawandel thematisieren. Konkret gehe es um „die Vereinbarkeit des Kampfes gegen den Klimawandel mit dem wirtschaftlichen Erfolg in Europa“.

Guaidó hatte am Donnerstag in Davos um Unterstützung geworben und mehr Druck auf die „Diktatur“ in Caracas gefordert. Zugleich räumte er ein, dass die Opposition die Macht der Regierung Maduro unterschätzt habe. Bilateral traf er in Davos die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sowie die Regierungschefs der Niederlande, Mark Rutte, und Griechenlands, Kyriakos Mitsotakis. Guaidó twitterte, dass Merkel ihm „Unterstützung für die venezolanische Sache zugesagt“ habe.


Kommentieren


Schlagworte