Peruaner stimmen über neues Parlament und Reformkurs ab

In vorgezogenen Neuwahlen haben die Bürger in Peru am Sonntag über ein neues Parlament und damit auch den Reformkurs von Staatschef Martin Vizcarra abgestimmt. Die Wahllokale in dem Andenland öffneten um 08.00 Uhr Ortszeit (13.00 Uhr MEZ). Schon vorher hatten sich in der Hauptstadt Lima lange Schlangen von Wahllokalen gebildet, wie Agentur-Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Rund 25 Millionen Bürger waren aufgerufen, die 130 Abgeordneten des Parlaments zu wählen. Zur Auswahl standen mehr als 2.000 Kandidaten von 21 Parteien. Mit ersten Ergebnissen wurde um 20.00 Uhr Ortszeit (Montag 02.00 Uhr Ortszeit) gerechnet.

Beobachter erwarteten massive Stimmenverluste für die rechtspopulistische Partei Fuerza Popular (Volkskraft) von Oppositionsführerin Keiko Fujimori, die bisher die Mehrheit im Parlament hat und Vizcarras Reformen immer wieder blockiert. Fujimori steht wegen Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit der weitverzweigten Affäre um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht unter Druck.

Der parteilose Staatschef Vizcarra hatte das Parlament im September aufgelöst, weil die Rechtspopulisten sich seinen Reformen entgegenstellten. Vizcarra will mit ihnen unter anderem die weitverbreitete Korruption in dem südamerikanischen Land bekämpfen. Umfragen zufolge unterstützen 90 Prozent der Peruaner die Entscheidung des Präsidenten.

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