Militärparade und Proteste zu indischem Nationalfeiertag

Mit einer großen Militärparade in Neu Delhi hat Indien am Sonntag seinen Nationalfeiertag begangen. Der Tag der Republik erinnert an die vor 70 Jahren am 26. Jänner 1950 in Kraft getretene demokratische Verfassung des Landes. Die Unabhängigkeit von Großbritannien hatte Indien bereits drei Jahre zuvor im Jahre 1947 erlangt.

Bei der Parade zogen Militärbataillone und Polizisten über einen von Menschenmengen gesäumten Boulevard im Herzen der Hauptstadt. Auch Panzer, Raketensysteme und Kampfjets wurden präsentiert. Auch in anderen Städten fanden Feierlichkeiten statt. In Teilen Indiens kam es allerdings zu Protesten.

Als Ehrengast empfing Indiens Präsident Ram Nath Kovind seinen brasilianischen Amtskollegen Jair Bolsonaro in Neu Delhi. Die Einladung des rechten Politikers hatte zuvor für Kritik gesorgt. Bolsonaro hat in der Vergangenheit mit abfälligen Äußerungen über Homosexuelle, Frauen und Schwarze für Empörung gesorgt. Am Samstag hatten Bolsonaro und Indiens Premierminister Narendra Modi mehrere Abkommen unterzeichnet, um den bilateralen Handel zu stärken.

Im mehrheitlich muslimischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir war die Sicherheitslage am Nationalfeiertag angespannt. Im Bundesstaat Assam kam es zu mehreren Explosionen, die der Polizei zufolge aber keine Schäden verursachten. Proteste gegen ein umstrittenes Einbürgerungsgesetz fanden unter anderem in Neu Delhi, Kolkata und Mumbai statt.

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Das Gesetz erleichtert illegal eingereisten Migranten aus den drei mehrheitlich muslimischen Nachbarländern Bangladesch, Pakistan und Afghanistan die Einbürgerung - sofern sie keine Muslime sind. Kritiker sehen darin einen Verstoß gegen die säkulare Verfassung Indiens, weil es Rechte an die Religion bindet. Bei einer Protestveranstaltung in Neu Delhi in der Nacht zum Sonntag wurde die Präambel der Verfassung verlesen. Modi argumentiert, das Gesetz helfe religiös verfolgten Menschen aus Nachbarländern.


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