Hohe Beteiligung bei Regionalwahlen in Italien

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Bei den Regionalwahlen in den italienischen Regionen Emilia Romagna und Kalabrien hat sich am Sonntagabend eine hohe Wahlbeteiligung abgezeichnet. In der Emilia Romagna hatten bis 19.00 Uhr rund 59 Prozent der Stimmberichtigten ihr Votum abgegeben und damit fast doppelt so viele wie den letzten Regionalwahlen im Jahr 2014, wie aus Daten des Innenministeriums in Rom hervorgeht.

Die rege Wahlbeteiligung signalisiert großes Interesse an der Abstimmung, die als entscheidender Stimmungstest für die Regierung gilt. In der Emilia Romagna im Norden des Landes hofft die rechtspopulistische Lega von Matteo Salvini, die Sozialdemokraten nach 75 Jahren ununterbrochener Regierung aus dem Amt zu jagen. In der süditalienischen Region Kalabrien, wo am Sonntag ebenfalls gewählt wurde, lag die Wahlbeteiligung zunächst bei rund 35 Prozent und damit um ein Prozent höher als fünf Jahre zuvor.

Die Wahllokale schließen um 23.00 Uhr. Anschließend werden erste Prognosen erwartet. Das Endergebnis in den beiden Regionen dürfte am frühen Montag feststehen. In der Emilia Romagna sind 3,5 Millionen Wahlberechtigte zu den Wahlen aufgerufen, in Kalabrien sind es 1,7 Millionen.

Vor allem die Wahl in der Emilia Romagna gilt als Test für die Regierungsparteien: die Fünf-Sterne-Bewegung und die Sozialdemokraten. Ex-Innenminister Salvini will mit einem Erfolg in der linken Hochburg Emilia Romagna unter Beweis stellen, dass sich die politische Stimmung in Italien definitiv nach rechts gedreht habe. Mit einem Sieg würde er seiner Forderung nach vorgezogenen Parlamentswahlen auf nationaler Ebene Nachdruck verleihen. Die Kandidatin der Lega, Lucia Borgonzoni, tritt gegen den bisherigen Regionalpräsidenten Stefano Bonaccini an, der als Spitzenkandidat der Sozialdemokraten auf eine Wiederwahl hofft.

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In Kalabrien wird mit einem klaren Sieg der Mitte-Rechts-Kandidatin Jole Santelli von der Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, Forza Italia, gerechnet. Die 51-jährige Anwältin geht gegen den 73-jährigen Unternehmer Pippo Callipo als Vertreter der Sozialdemokraten ins Rennen.


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