NBA-Legende Bryant bei Helikopterabsturz gestorben

Der 41-jährige Basketball-Superstar Kobe Bryant ist am Sonntagvormittag bei einem Hubschrauberabsturz tödlich verunglückt. Dies bestätigte die rund 65 Kilometer nordwestlich von Los Angeles gelegene Stadt Calabasas, wo der Helikopter abgestürzt war, auf ihrem offiziellen Twitter-Account. Laut NBC News war auch Bryants 13-jährige Tochter Gianna an Bord des Hubschraubers.

Neben Bryant und seiner Tochter starben auch eine Basketball-Teamkollegin des Mädchens und ein Elternteil sowie der Pilot. Die Polizei hatte in ihrem offiziellen Bericht bereits davor erklärt, dass alle fünf Hubschrauberinsassen bei dem Absturz ums Leben gekommen sind. Der Helikopter sei bei Nebel abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Bryant hinterlässt seine Ehefrau Vanessa und drei weitere Töchter.

Bryant, der am 23. August 1978 in Philadelphia geboren wurde, hatte von 1996 bis 2016 für die Los Angeles Lakers in der NBA gespielt und wurde insgesamt fünf Mal Meister (2000, 2001, 2002, 2009 und 2010) in der besten Basketball-Liga der Welt. 2008 erhielt der 1,98 Meter große Shooting Guard, der oft mit NBA-Ikone Michael Jordan verglichen wurde, die Auszeichnung als wertvollster Spieler (MVP). Zudem holte er im selben Jahr ebenso wie 2012 mit dem US-Team Olympia-Gold.

Mit 33.643 Punkten in Grunddurchgangsspielen ist die „Black Mamba“ - so Bryants offizieller Spitzname - die Nummer vier im ewigen Punkteranking der NBA. Erst am Samstagabend war er vom seit der Vorsaison ebenfalls für die Lakers spielenden LeBron James (3.655) überholt worden. Nur die beiden NBA-Legenden Kareem Abdul-Jabbar (38.387) und Karl Malone (36.928) haben noch mehr Punkte in der „regular season“ erzielt.

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Bryant, der 18 Mal ins All-Star-Team berufen wurde, hatte seine NBA-Karriere nach 20 Jahren am 13. April 2016 beendet und feierte danach noch einen ganz großen Erfolg: 2018 erhielt er für den Animations-Kurzfilm „Dear Basketball“, bei dem er gemeinsam mit Glen Keane Regie führte, den Oscar. Als Vorlage dafür diente sein gleichnamiges Gedicht, mit dem er seinen Rücktritt angekündigt hatte. Darin beschreibt Bryant auf berührende Weise, wie er sich im Alter von sechs Jahren in diesen Sport verliebt und ihm alles gegeben habe.

Neben seinen erfolgreichen Finalauftritten glänzte Bryant ganz besonders in der Partie am 22. Jänner 2006, als er beim 122:104-Heimerfolg der Lakers über die Toronto Raptors sagenhafte 81 Punkte erzielte. Es ist dies noch immer die zweithöchste Ausbeute in einem NBA-Match nach den legendären 100 Punkten von Wilt Chamberlain am 2. März 1962.

Im Laufe seiner 20-jährigen Profikarriere kassierte Bryant insgesamt 323 Millionen US-Dollar (rund 293 Mio. Euro). Im Dezember 2017 zogen die Lakers seine Trikots mit den Nummer 8 und 24 unter die Hallendecke des Staples Centers in Los Angeles. Somit werden diese beiden Nummern vom 16-fachen NBA-Champion aus L.A. nie wieder vergeben.

Die NBA-Teams reagierten sofort auf den Tod von Bryant. So wurde vor der ersten Sonntag-Partie zwischen den Denver Nuggets und Houston Rockets eine Schweigeminute abgehalten. Anschließend schallten „Kobe, Kobe“-Rufe durch das Pepsi Center in der „Mile High City“.


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