Für Innsbruck präsentiert neues Leitbild für die Zukunft

Die einstige Bürgermeisterfraktion hat ihren Bürgerbeteiligungsprozess abgeschlossen – und sieht sich als stabiler Garant für die Regierungsarbeit.

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Auch in Krisenzeiten (Bild kurz vor der Abwahl als Vize-BM) geeint: GR Kurt Wallasch, Ersatz-GR Brigitte Berchtold, KO Lucas Krackl, StR Christine Oppitz-Plörer, GR Christoph Kaufmann und GR Markus Stoll (v. l.).
© zeitungsfoto.at

Von Marco Witting

Innsbruck – Eigentlich hätte man sich bei Für Innsbruck mehr Ruhe gewünscht, um den eigenen Bürgerbeteiligungsprozess der Öffentlichkeit zu präsentieren. Doch dann kam die ÖVP-Revolte (siehe links) just in jener Woche, in der die ehemalige Bürgermeisterfraktion ihr Zukunftsprojekt abgeschlossen hat. Ein Zufall, der angesichts der einstigen Abspaltung doch eine gewisse Ironie in sich birgt. Auch wenn das Team rund um StR Christine Oppitz-Plörer zu dem Thema „gar nichts sagen“ will. Weil schon jeder Halbsatz in der Causa auf die Goldwaage gelegt werde.

Lieber spricht Oppitz-Plörer da über den Prozess, den man vor rund eineinhalb Jahren gestartet hat und dessen Ausfluss den Innsbruckern in den kommenden Tagen in den Haushalt flattern wird. „Inhaltliche Tiefe und Schärfe“ habe man bei dem internen Prozess gewonnen, sagt Oppitz-Plörer. Klubobmann Lucas Krackl und GR Markus Stoll sehen in dem Programm „Vision und Leitbild“ für die Zukunft. Ins Zentrum rückt Für Innsbruck vor allem die Themen Arbeit und Wirtschaft. „Es geht uns vor allem um die Sicherung der Entwicklungsmöglichkeiten für die Betriebe“, sagt Oppitz-Plörer, die ja in der Stadtregierung die Wirtschaftsagenden weiterhin im Ressort hat. Das Konzept Arbeiten und Wohnen auf einem Standort, das vor allem Bürgermeister Geor­g Willi (Grüne) gerne proklamiert, habe nur auf den ersten Blick Charme. Oppitz-Plörer sieht darin aber auch Gefahren: „Das benachteiligt auf Dauer die Entwicklung der Betriebe.“ Ebenso kritisch sieht man die Probleme mit Fachkräften am Arbeitsmarkt. Die Stadträtin verweist auf eine nach wie vor fehlende Internationale Schule in der Stadt, die es erleichtern würde, dass Schlüsselfachkräfte nach Tirol kommen würden.

Ebenfalls auf der Agenda von Für Innsbruck: „Wir stehen dazu, dass es immer wichtiger wird, den öffentlichen Raum den Menschen zurückzugeben“, sagt Oppitz-Plörer. Jüngstes Beispiel sei die Umgestaltung des Bozner Platzes, wo man sich ebenfalls klar für möglichst viel öffentlichen Raum und letztlich eine Begegnungszon­e starkmacht.

Klubobmann Lucas Krackl sieht seine Gruppierung auch als „stabilen Partner“ in der Regierungsarbeit – das hätten gerade die vergangenen Wochen und Monate gezeigt. „Der Prozess war der größte in der Geschichte und auf sehr breite Basis gestellt.“

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Mit dem jetzt vorgelegten Programm soll der Prozess aber nicht abgeschlossen sein. Auf der Homepage seien Interessierte jederzeit eingeladen, sich einzubringen. Insgesamt sieht sich Für Innsbruck auf einem guten Weg. GR Stoll sagt: „Langfristig gewinnen auch die Themen wieder an Gewicht. Es geht nicht immer nur um den schnellen Sager.“

Ganz klar bringt die Fraktion zum Ausdruck, dass man für Stabilität stehe. Das zieht sich im Programm durch. So stehe man für Verantwortung, Zusammenhalt in Innsbruck und Europa und mutige Entscheidungen, wie es unter anderem heißt. Krackl: „Es gehört zu unserem Selbstverständnis, dass die Sachinhalte zählen.“


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