Sonntagsspiele der NBA im Schatten des Todes von Bryant

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Insgesamt acht Spiele standen am Sonntag in der National Basketball Association (NBA) auf dem Programm. Alle wurden vom Tod der NBA-Legende Kobe Bryant überschattet. Der 41-Jährige war am Sonntagvormittag bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. Der Pöltl-Club San Antonio Spurs und Meister Toronto Raptors ehrten Bryant in ihrem Match mit einer ganz besonderen Geste.

In Erinnerung an dessen Rückennummer 24 ließen beide Teams bei ihren jeweils ersten Angriffen die Wurfuhr einfach runterlaufen, ohne den Korb zu attackieren. Somit ging die Partie erst nach 49 Sekunden mit Ballbesitz für die Raptors richtig los, die am Ende dank 35 Punkten (30 davon in der ersten Hälfte) von All-Star-Starter Pascal Siakam 110:106 siegten.

Österreichs NBA-Pionier Jakob Pöltl, der aufgrund seiner Toronto-Vergangenheit zu den besten Freunden von Siakam zählt, verbuchte in 13:22 Minuten Einsatzzeit für die Spurs elf Punkte, sieben Rebounds und zwei blockierte Würfe gegen sein Ex-Team. „Heute ist ein trauriger Tag für den Basketball-Sport. Wir alle waren geschockt, als wir vom tragischen Ableben von Kobe gehört haben. Ich wünsche den Angehörigen viel Kraft in dieser schweren Zeit“, schrieb der 24-jährige Wiener auf Facebook unmittelbar nach der knappen Niederlage.

Bereits das erste Sonntagsmatch am frühen Nachmittag (Ortszeit) zwischen den Denver Nuggets und den Houston Rockets (117:110) hatte mit einer Trauerminute für Bryant begonnen. Fans im 19.520 Zuschauer fassenden Pepsi Center und TV-Kommentatoren weinten, „Kobe! Kobe!“-Rufe schallten durch die Arena. Dabei war Denver nicht immer freundlich zu Bryant gewesen, da sich der Superstar 2003 in Colorado gegen den Vorwurf eines sexuellen Übergriffes vor Gericht hatte verteidigen müssen und in der Folge bei seinen Auftritten im Pepsi Center ausgebuht worden war.

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Atlantas Jungstar Trae Young trug zu Beginn des Heimspiels seiner Hawks zu Ehren von Bryant ein Trikot mit der Nummer 8, mit der dieser bis 2006 bei den Los Angeles Lakers gespielt hatte. Der 21-Jährige glänzte anschließend mit 45 Punkten und 14 Assists beim 152:133-Erfolg über die Washington Wizards. Brooklyn-Nets-Star Kyrie Irving, der gut mit Bryant befreundet war, verzichtete dagegen auf das New Yorker Derby gegen die Knicks, die am Ende 110:97 gewannen.

Und Altstar Carmelo Anthony sprach nach dem 139:129-Heimsieg seiner Portland Trail Blazers gegen die Indiana Pacers „vom wohl härtesten Spiel, das ich je in meiner Karriere gespielt habe. Ich weiß aber auch, dass er gewollt hätte, dass ich spiele“, betonte der 35-jährige Routinier. „Unsere Freundschaft und Beziehung war tiefgründiger als nur Basketball.“ Sein Blazers-Teamkollege Damian Lillard war mit 50 Punkten Topscorer des Tages.

Fans und einzelne Profis setzten sich nun dafür ein, dass das Logo der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA zu Ehren Bryants geändert wird. Bei der Plattform „change.org“ unterzeichneten bereits bis Montagvormittag mehr als 145.000 Menschen eine entsprechende Petition.

Das blau-rot-weiße Logo der National Basketball Association (NBA) wird seit 1969 von einer Silhouette geziert, die laut dem Designers Alan Siegel dem damaligen Los-Angeles-Lakers-Profi Jerry West nachempfunden ist. „Kobe muss das neue NBA Logo sein“, twitterte Ex-NBA-Profi Jamal Crawford, der seine Karriere vorige Saison beendet hatte.


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