Erste Zwischenbilanz im Tourismusbezirk Landeck fällt rundum positiv aus

Vermieter haben Nächtigungszuwächse fast überall im Tourismusbezirk. Sprecher von der Thannen zeigt Probleme mit Buchungsportalen auf.

In höher gelegenen Skiregionen des Bezirks fanden die Urlauber überwiegend gut präparierte Pisten.
© TT-Archiv

Von Helmut Wenzel

Landeck –„Im Dezember und bis Anfang Jänner ist die Saison recht gut gelaufen“, resümiert Alexander von der Thannen, neuer Obmann des TVB-Paznaun-Ischgl und Tourismussprecher der Wirtschaftskammer im Bezirk Land­eck. Zuletzt orte er allerdings sinkende Bettennachfrage, „weil bei Schlechtwetter viele Leute nicht Skifahren wollen. Das heißt, wir registrieren wetterbedingte Stornos.“ Im Hinblick auf die Osterferien, die aus touristischer Sicht heuer „in ein gutes Zeitfenster fallen“, gebe es zumindest Anlass für vorsichtigen Optimismus.

Ein Blick auf die Zahlen der Landesstatistik zum Stichtag 31. Dezember (Jänner liegt noch nicht vor) zeigt fast überall ein Nächtigungsplus. Ischgl, Nächtigungskaiser im Bezirk und tirolweit die Nummer zwei hinter Sölden, erzielte mit 276.470 Übernachtungen ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. St. Anton am Arlberg, Nummer zwei im Bezirk und tirolweit die Nummer 6, konnte bei 160.397 Übernachtungen 6,5 Prozent zulegen. Den dritten Stockerlplatz hat abermals Serfaus erobert. Die Vermieter im U-Bahn-Dorf dürfen sich mit 128.220 Übernachtungen gar über ein Plus von 13,4 Prozent freuen.

Der Gast kann sein Quartier direkt und auch über das TVB-Portal buchen. Das ist meistens provisionsfrei.
Alexander von der Thannen (TVB-Obmann)

Bisher ebenfalls hervorragend abgeschnitten haben Fiss (+9,8 Prozent), Kappl (+6,9 Prozent), Nauders, (+10,0 Prozent) und Galtür (+11,1 Prozent). Ins Minus gerutscht ist allerdings das Kaunertal (-7,8 Prozent). Die „Talkessel-Bilanz“ sieht durchwachsen aus: Während Zams 6,1 Prozent verloren hat, legten die Vermieter in der Bezirksstadt Landeck 16,5 Prozent zu.

Alexander von der Thannen
© Wenzel

„Wenn die Buchungen nachlassen, kommen die Zimmerpreise unter Preisdruck“, weiß Alexander von der Thannen. „Niedrige Preise sind für unseren Tourismus keinesfalls gut.“ Der Bezirkssprecher muss sich aber auch mit der Macht der großen Buchungsplattformen wie Booking.com befassen. Diese würden ihre Marktmacht nutzen, um Preise und Provisionen festzulegen. „Das spüren vor allem unsere kleineren Betriebe“, zeigt der Sprecher auf. Diese würden stornierte Betten kaum weiterverkaufen können. „Es geht aber auch um Konditionen bei Urlaubsversicherungen und bei Kreditkarten. Da muss noch einiges nachverhandelt werden.“

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Große Hotelbetriebe hingegen würden den Portalbetreibern eher die Stirn bieten können. Zudem hätten die Großen eigene Verkaufskanäle. Um Problemen mit den Buchungsplattformen auszuweichen, empfiehlt von der Thannen, den Fokus verstärkt auf Direktbuchungen zu legen und diese zu bewerben. „Der Gast sollte sein Quartier direkt oder über die Homepage des Tourismusverbandes buchen.“ Die meisten TVB würden das Buchungsservice provisionsfrei anbieten.


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