Studentisches Wohnen in Innsbruck: Das Heim ist nur kurz das Zuhause

2000 Plätze für studentisches Wohnen will die Stadt in dieser Periode schaffen. Jetzt liegt eine Studie dazu vor.

BM Georg Willi, Simone Reitmair und Anne Weidner (v. l.) präsentierten die Studie.
© IKM/Steinacker

Von Marco Witting

Innsbruck –Studentisches Wohnen. Natürlich mit dem durchaus unkonkreten Zusatz „leistbar“ – das schreiben sich Parteien gerne in Strategie- und Koalitionspapiere. 2000 Plätze in Studentenheimen möchte auch die Innsbrucker Stadtregierung in dieser Periode noch aufstellen – wobei es innerhalb der Fraktionen durchaus die Meinung gibt, dass man hier schon weiter sein könnte. Aktuell, das erklärte BM Georg Willi (Grüne) gestern, sind rund 600 Plätze „in der Pipeline“. Für künftige Projekte möchte man eine Studie zugrunde legen, die in den vergangenen Jahren von der Stadtplanung ausgearbeitet wurde.

Demnach gibt es aktuell 3650 Plätze in 38 (!) Studentenheimen. Damit liegt Innsbruck etwas über dem Bundesschnitt. Allerdings, und das geht aus der Studie auch hervor, gibt es so etwas wie einen Modernisierungsschub und es gab in jüngerer Vergangenheit zu wenige neue Projekte. 37 Prozent der Studenten leben in Wohngemeinschaften – das ist im bundesweiten Durchschnitt sehr viel. Aber: Fast ein Drittel der Studierenden verlässt das Heim nach ein bis zwei Semestern wieder, nur ein Viertel bleibt für die gesamte Studiendauer. Insgesamt sind die Heime in der Landeshauptstadt aber fast voll ausgelastet.

Anne Weidner, Leiterin des Referats für Raumplanung und Stadtentwicklung, formuliert das große Ziel: „Wir wollen möglichst viele Studierende in die Heime bringen, um den Wohnungsmarkt zu entlasten.“ Um das zu erreichen, sollen vor allem Heimbetreiber angesprochen werden, die einen Maximalpreis von 400 Euro für einen Heimplatz ausweisen. Gelingen soll das über Grundstücke, die die Stadt selbst zur Verfügung hat und vor allem mit „Mitteln der Vertragsraumordnung“, wie Willi erklärt. Ein in der Praxis oft gar nicht so einfacher Weg. Weidner aber zeigt sich zuversichtlich. „Wir sind sicher diesbezüglich noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Aber das Ziel ist es, so etwas in einen realisierbaren Rahmen zu setzen.“

Damit sich die Studenten überhaupt in Wohnheime einquartieren, dafür haben sich die Kriterien verändert. Auch das wurde in der Studie untersucht. Die Distanz zur Uni ist ein wesentlicher Faktor. Natürlich kommt der Preis dazu. Je flexibler zudem die Mietdauer ist, desto attraktiver ist ein Heim für die Studenten.

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Simone Reitmair vom Büro für Stadtentwicklung war federführend an der Studie beteiligt. Sie sagt, dass auch 2014, als man die Studierenden zum ersten Mal befragte, klar wurde, dass in Innsbruck überdurchschnittlich viele Studenten ihren Wohnbedarf am privaten Markt deckten. Das habe sich nicht verändert.

Die Ergebnisse der Studie sollen jetzt durch die politischen Gremien laufen. Willi möchte danach einen runden Tisch mit Land und potenziellen Heimbetreibern einberufen, um die Projekte rasch umzusetzen.


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