Thiem nach Sieg über Nadal im Australian-Open-Halbfinale

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Dominic Thiem hat am Mittwoch wieder einen Meilenstein in seiner Karriere gesetzt. Der 26-jährige Niederösterreicher besiegte den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal in seinem ersten Viertelfinale bei den Australian Open mit 7:6(3),7:6(4),4:6,7:6(6). Er steht als zweiter Österreicher nach Thomas Muster im Melbourne-Halbfinale. In diesem trifft Thiem am Freitag auf den Deutschen Alexander Zverev.

Für Thiem ist es die erste Vorschlussrunde bei einem Major-Turnier abseits der French Open (zuletzt vier Mal en suite) und das insgesamt fünfte Grand-Slam-Semifinale. Thiem feierte zudem den vierten Sieg über eine aktuelle Nummer 1 der Welt bzw. den fünften Erfolg im 14. Duell mit Nadal. Der Schützling von Nicolas Massu hat Nadal im sechsten Duell auf Grand-Slam-Ebene erstmals bezwungen.

Thiem trat 23 Jahre später in die Fußstapfen von Muster, der 1989 und zuletzt 1997 im Halbfinale des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres gestanden war. Er überbot den Steirer allerdings mit nunmehr fünf Major-Semifinali (Muster vier). Gegen Zverev hat Thiem eine 6:2-Bilanz. Der 16-fache Turniersieger spielt gegen Zverev um sein drittes Major-Endspiel nach zuletzt zwei French-Open-Finali 2018 und 2019. Für das Halbfinale kassierte Thiem 1,04 Mio. Australische Dollar (638.428,48 Euro) brutto und 720 ATP-Zähler.

Zverev hat zuvor in seinem ersten Viertelfinale bei den Australian Open den Schweizer Stan Wawrinka nach einem Fehlstart mit 1:6,6:3,6:4,6:2 bezwungen. „Es fühlt sich genial an. Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, kommentierte Zverev noch auf dem Platz im Interview mit Legende John McEnroe. „Ihr könnt euch nicht vorstellen, was mir das bedeutet. Ich hoffe, es ist das erste von vielen Malen.“ Zverev, der noch beim ATP Cup völlig außer Form gewesen war, ist nun der erste deutsche Profi seit Tommy Haas in Wimbledon 2009 in einem Major-Halbfinale. Nach zwei Viertelfinali bei den French Open klappte es im dritten Anlauf für Zverev mit dem Einzug in die Vorschlussrunde.

Befragt, wie er seinen Abend plane, war Zverev einmal mehr schlagfertig. „Ich werde ein kaltes Cola in meinem Hotelraum mit Klimaanlage haben und sie spielen dann hoffentlich sechs Stunden. Hoffentlich werden sie so müde wie nur möglich“, sorgte Zverev für Lacher. Bleibt ihm zu wünschen, dass er sich dabei nicht verkühlt.

Der Deutsche hat jedenfalls erneut bekräftigt, was er nach der ersten Runde gesagt hat: Sollte er hier den Titel holen, und immerhin trennen ihn nun „nur“ noch zwei Siege davon, wird er seinen Siegerscheck zugunsten der Hilfe für die Opfer der Buschbrände spenden. „Ja, es ist immer noch wahr. Ich habe den Leuten in Australien ein Versprechen gegeben, und das werde ich halten, wenn es passiert.“ Der Sieger der Australian Open kassiert 4,12 Mio. Australische Dollar (2,53 Mio. Euro).


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