Erstmals weniger Coronavirus-Neuerkrankungen in China

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In China gibt es offenbar erste Erfolge bei der Eindämmung des neuen Coronavirus. Wie aus am Mittwoch in Peking veröffentlichten Zahlen hervorgeht, ist die Zahl der Neuinfektionen erstmals zurückgegangen. Konkret wurden am Dienstag 1.459 neue Fälle bestätigt, während es am Montag 1.700 gewesen waren. Die Zahl der Todesopfer stieg um 26 auf 132. Am Montag waren 24 Tote verbucht worden.

Die Zahl der Infektionen stieg damit auf 6.078. Das berichtete das chinesische Staatsfernsehen am Mittwoch. In der Zahl wurden 25 Fälle in Hongkong, Taiwan und Macao mitgerechnet, weil Peking diese Territorien als Teil der Volksrepublik ansieht. Erstmals wurde in China die Infektion auch bei fünf Ausländern bestätigt. Es handelt sich um zwei Australier, einen Pakistani und zwei Hongkonger, wie der Vizechef des Gesundheitsamtes der südchinesischen Provinz Guangdong, Chen Zhusheng, nach Angaben des Nachrichtenportals „Zhongguo Xinwenwang“ am Mittwoch berichtete. Zwar sind zuvor auch schon mehrere andere Ausländer erkrankt. Allerdings wurde bei ihnen die Infektion nicht in China diagnostiziert.

Nach dem Ausbruch der Krankheit in der Provinz Hubei hatten die Behörden drastische Eindämmungsmaßnahmen verhängt, von Ausreisesperren bis zum kompletten Stopp des öffentlichen Nahverkehrs. Den aktuellen Zahlen zufolge bleibt die Krankheit weiterhin stark auf die Provinz Hubei begrenzt. So wurde am Dienstag lediglich ein neuer Todesfall außerhalb der Provinz vermerkt.

Australische Forscher berichteten indes von einem „bedeutenden Durchbruch“ auf der Suche nach einem Gegenmittel für das neue Virus. Im Labor des Peter Doherty Institut für Infektionen und Immunität in Melbourne gelang es demnach, das Virus nachzuzüchten. Es sei einem infizierten Patienten entnommen worden. Nun könne in Zusammenarbeit mit anderen Instituten und der Weltgesundheitsorganisation WHO an einem Gegenmittel gearbeitet werden.

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Nach Einschätzung eines führenden chinesischen Lungenexperten wird der Coronavirus-Ausbruch jedoch erst in sieben bis zehn Tagen seinen Höhepunkt erreichen. Wie der Chef des nationalen Expertenteams im Kampf gegen das Virus, Zhong Nanshan, am Mittwoch der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua sagte, sind „frühe Entdeckung und frühe Isolation“ entscheidend.

Der Kampf gegen das Virus ist aus Sicht der chinesischen Gesundheitskommission in einer „kritischen Phase“. Sprecher Mi Feng sagte am Mittwoch vor der Presse in Peking, die eingeleiteten drastischen Maßnahmen seien „der einzige Weg, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern“. Auch die Isolation - von Erkrankten, Verdachtsfällen oder Risikopersonen - sei effektiv.

Ältere Menschen litten besonders unter der Lungenkrankheit, weil sie häufig auch chronische andere Krankheiten hätten, sagte Feng Zijian, Vizedirektor des chinesischen Gesundheitsamtes. „So ist das Risiko bedeutend höher.“ Ältere Menschen sowie Kinder und Säuglinge seien leichter infizierbar, warnte er.

Außerhalb von China wurden bisher insgesamt etwa 50 Fälle von Infektionen mit dem Virus verzeichnet, sie verteilen sich auf 15 Länder. In Deutschland gibt es bisher vier Krankheitsfälle - alle in Bayern. In Österreich haben sich mehrere Verdachtsfälle bisher nicht bestätigt.

Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus evakuieren Länder wie Japan und die USA ihre Staatsbürger aus China. Auch die Europäische Union will Hunderte von EU-Bürgern aus China herausholen.


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