Sechste Auflage des „Nordic Combined Triple“: Seefelds zweiter Frühling

Im Jahr eins nach der WM will sich Seefeld bei der sechsten Auflage des Triple von seiner besten Seite präsentieren. Die ÖSV-Kombinierer jagen Dominator Jarl-Magnus Riiber (NOR).

Lukas Greiderer
© gepa

Von Benjamin Kiechl

Seefeld –Der Neuschnee knirscht unter den Langlaufski, im Bauch kribbelt’s schon. „Ich freue mich riesig, dass es endlich losgeht“, erzählte der 18-jährige Rumer Johannes Lamparter vor seiner Triple-Premiere: Für die Stars der Nordischen Kombination ist alles angerichtet.

Die sechste Auflage des „Nordic Combined Triple“ in Seefeld startet am Freitag bei frühlingshaften Temperaturen. Heiß hergehen soll es auf Schanze und Loipe, denn Seefeld stellt in einer Saison ohne Olympia oder WM den absoluten Höhepunkt dar.

Ich will mich daheim in Seefeld natürlich von meiner besten Seite zeigen.
Lukas Greiderer
 (Tiroler Kombinierer)

Der große Gejagte ist Saison-Dominator Jarl-Magnus Riiber, der auch am Donnerstag souverän den provisorischen Wertungsdurchgang gewann. Der Norweger freut sich über die Rückkehr auf die Olympia-Schanze (HS 109 m), auf der er im Vorjahr Weltmeister im Einzel und mit dem Team geworden war. „Ich habe viel Selbstvertrauen auf dieser Schanze“, sagte der 22-Jährig­e und sieht sich auch selbst als Topfavorit. „Aber man darf sich keinen schlechten Tag erlauben“, betonte Riibe­r. Den hatte der Weltcupsieger (zwölf Erfolge 2018/19) in dieser Saison noch nie, in bisher zehn Bewerben war er neben den acht Erfolgen zweimal Zweiter.

Der Doppel-Weltmeister hat speziell auf der Schanz­e die Kombination auf ein neue­s Level gehoben. An seinen Sprüngen beißen sich Seefeld-Rekordsieger Eric Frenze­l und Co. derzeit die Zähne aus. Die mannschaftliche Stärke der Wikinger zeigte sich zuletzt beim Sieg im Teamsprint in Val di Fiemme (ITA), als Schlussläufer Riiber mit über 43 Sekunden Vorsprung auf der Zielgeraden provozierend nach den Konkurrenten Ausschau hielt. „Wir pushen uns gegenseitig, dadurch wird das Niveau immer höher“, erklärte Riiber.

Seefeld reagierte auf den Überflieger und hat das Tripl­e „lauflastiger“ gemacht. Während die Langlaufdistanzen von Freitag bis Sonntag (5, 10, 15 km) gleich bleiben, gibt es am Sonntag nur noch einen (statt früher zwei) Wettkampfsprung – das soll die Spannung hochhalten.

Die besten Chancen auf ein ÖSV-Spitzenresultat rechnet sich Franz-Josef Rehrl aus, der als Dritter von Oberstdorf mit Rückenwind angereist ist. Nach einem verpatzten Probesprung am Donnerstag auf Rang 20 gelandet („Den hab ich versemmelt“), will es dreifache WM-Dritte 2019 am Freitag besser machen und in Abwesenheit des erkrankten Routiniers Bernhard Gruber für den ersten Stockerlplatz in der Triple-Gesamtwertung sorgen. Auch der Tiroler Lukas Greiderer rechnet sich Chancen auf Plätze im Vorderfeld aus: „Ich will mich daheim von meiner besten Seite zeigen.“

Das OK-Team rund um Bürgermeister Werner Frieße­r, das im Vorjahr die Heim-WM geschaukelt hat, musste Donnerstagfrüh noch schnell 50 Zentimeter Neuschnee aus dem Schanzenauslauf schaufeln und freut sich nun auf Seefelds zweiten Frühling mit noch mehr Gästen. Frießer gelassen: „Die Dimensionen sind natürlich kleiner als bei der WM.“ Über 10.000 Fans werden bis Sonntag erwartet.

„Schade, dass nicht so viele Norweger wie bei der WM dabei sind“, sagte Riiber mit einem Lächeln. Aber auch ohne Wikinger-Ansturm sei Seefeld fast seine Heimschanze ...

Seefeld-Triple

Programm, Freitag: 12.30 Uhr: Probedurchgang, 14 Uhr: Wertungs­durchgang HS 109 (live ORF eins), 16 Uhr: Langlauf 5 km (live ORF eins).

Samstag: 11.45 Uhr: Probedurchgang, 13 Uhr: Wertungsdurchgang (Top 50

live ORF eins), 15 Uhr: Langlauf 10 km (live ORF eins).

Sonntag: 11.15 Uhr: Probedurchgang, 12 Uhr: Wertungsdurchgang (Top 40

live ORF eins), 14.40 Uhr: Langlauf 15 km (live ORF eins).

ÖSV-Aufgebot: Lukas Greiderer, Johannes Lamparter, Dominik Terzer, Manuel Einkemmer (alle Tirol), Franz-Josef Rehrl, Martin Fritz, Lukas Klapfer (alle STK), Philipp Orter, Thomas Jöbstl (beide K), Stefan Rettenegger (S).


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