Angefahrene Kuh stand unbehandelt im Stall

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(Symbolfoto)
© Thomas Böhm / TT

Auffallend gebeugt saß gestern am Landesgericht ein Landwirt wegen Tierquälerei auf der Anklagebank. Eine gequälte Haltung bei einer seiner Kühe war zuvor im Mai nämlich auch dem Amtstierarzt bei einem zufälligen Besuch im Stall aufgefallen. Befragt nach dem Grund für die Beinverletzung des Rinds hatte ihm der Bauer offenbart, dass das Tier bereits im April von einem Auto angefahren worden war. Bei der Verbringung in den Stall habe die Kuh zwar gehumpelt, sei aber dennoch sicher gegangen und habe weiter normal gefressen. So habe auch der private Tierarzt den Zustand der Kuh nicht bemängelt, zumal der Landwirt das verletzte Tier mit einer Salbe eingeschmiert hatte. Der Amtstierarzt stellte an der mageren Kuh jedoch sofort eine hochgradige Stützbeinlahmheit fest, wodurch das Tier an erheblichen Schmerzen gelitten haben musste. Die Schlachtung wäre indiziert gewesen. Da der Landwirt das Tier jedoch noch selbst mit einer Salbe behandelt hatte und der Zustand der Kuh selbst für den Tierarzt nicht gleich ersichtlich gewesen war, nahm Richterin Sabine Krai­ner die grundsätzliche Verantwortungsübernahme des Bauern als Grund für eine (vorstrafenfreie) Diversion. Eine Geldbuße über 3000 Euro und 200 Euro Gerichtsgebühren akzeptierte der Landwirt: „Des nutzt eh nix, was soll i da herumstreitn.“

Auch wenn manche über den Begriff des „Drogenopas“ vielleicht schmunzeln müssen, stehen doch meist recht traurige Schicksale hinter solchen Angeklagten. So musste sich gestern am Landesgericht ein 65-Jähriger wegen Kokain- und Cannabishandels verantworten. Ein bereits einschlägig verurteilter 66-Jähriger hatte ihn im eigenen Prozess belastet. Die Telefonüberwachung brachte darauf viele „Käse“-Verkäufe zu Tage. Bei einer Hausdurchsuchung fand sich dann aber kein Roquefort, sondern Suchtgift und 3880 Euro Bargeld. 740 Euro davon konnten die Beamten übrigens gerade noch aus dem Ofen retten. Seit August ist die schwerkranke Frau des Innsbruckers nun schon alleine. Sie wird es weiter bleiben. Über den 20-fach Vorbestraften ergingen nämlich nicht rechtskräftig 18 Monate Gefängnis. (fell)


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