WHO berät wegen Coronavirus über weltweiten Notstand

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Die Weltgesundheitsbehörde WHO berät angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus erneut darüber, ob sie einen weltweiten Gesundheitsnotstand ausrufen soll. Der Notfallausschuss kommt am Donnerstag hinter verschlossenen Türen zusammen, wie WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf ankündigte. In China ist die Zahl der Todesfälle indes um 38 auf 170 gestiegen.

Das Team aus 16 Experten hatte sich zuletzt zweimal dagegen entschieden, einen internationalen Notfall zu erklären. Damit wären schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung des Ausbruchs verbunden. Ghebreyesus sagte, die Verbreitung des Virus vor allem von Mensch zu Mensch in einigen Ländern wie Deutschland bereite der UNO-Behörde Sorgen. In Deutschland sind vier Fälle in Bayern bestätigt, in Finnland gab es die erste Bestätigung.

Bisher wurden laut der WHO Infektionen aus 15 Ländern gemeldet. Bis auf rund 70 Fälle sind die meisten der Erkrankungen in China aufgetreten, wo der Erreger seinen Ursprung hat. Die staatliche Gesundheitskommission in Peking gab am Donnerstag neue Zahlen bekannt, die einen sprunghaften Anstieg bei Toten und Krankheitsfällen zeigten. Demnach waren bis einschließlich Mittwoch 170 Menschen gestorben. Diese Zahl war auch am Donnerstag noch gültig, jene der Erkrankten erhöhte sich aber von 7.711 auf 7.830.

Zwei Verdachtsfälle wurden an Bord des Kreuzfahrtschiffes „Costa Smeralda“ im Hafen von Civitavecchia nördlich von Rom gemeldet. Wie die Gesundheitsbehörden der italienischen Hafenstadt am Donnerstag mitteilten, wurden sie in der Früh informiert. Drei Ärzte gingen an Bord, um von der 54-jährigen Frau und ihrem Mann aus der chinesischen Sonderverwaltungszone Macao Proben zu nehmen. Das chinesische Paar befinde sich in Isolierung an Bord des Schiffes, hieß es.

1.143 der über 6.000 Passagiere an Bord erhielten am Nachmittag die Genehmigung zum Verlassen des Schiffes. Von Bord sollen die Passagiere gehen, die die Kreuzfahrt beendet haben und für die der Ausstieg im Hafen Civitavecchia vorgesehen war. Die Passagiere, die an Bord geblieben sind, dürften die Kreuzfahrt fortsetzen, sollten die Verdachtsfälle nicht bestätigt werden.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus müssen Häftlinge in Hongkong deutlich mehr Schutzmasken produzieren als gewöhnlich. Bisher würden rund 50.000 Stück Mundschutz täglich in den Gefängnissen der chinesischen Sonderverwaltungszone angefertigt, sagte Verwaltungschef Matthew Cheung am Donnerstag vor Journalisten.


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