Fiat findet zurück in den Stromkreis

Mit der letzten Elektrifizierungswelle wurden die Turiner nicht glücklich – den elektrischen Cinquecento stellten sie wieder ein. Nun folgt ein neuerlicher Anlauf, beginnend mit mildhybridisierten Kleinstwagen.

Fiat startet mit einer neuen Elektrifizierungs-Offensive: Den Auftakt bilden Mildhybride des Panda und des 500, ein rein elektrischer 500 folgt.
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Bologna – Kein Erfolg war der früheren batterieelektrischen Version des schnittigen Kleinstwagens Cinquecento beschieden. Das offiziell nur in Nordamerika angebotene Modell war in der Produktion zu teuer, im Verkauf zu billig – und bei der Nachfrage zu wenig präsent. Die Folge: Das Management rund um den früheren, 2018 verstorbenen CEO Sergio Marchionne kippte den Stromer aus dem Programm und setzte weiterhin auf konventionelle Verbrennungsmotoren.

Doch damit werden die Italiener auf lange Sicht auch nicht glücklich, denn die gesetzlichen Zwänge, emissionsärmere Aggregate einzusetzen, werden vor allem innerhalb der Europäischen Union spürbarer. Der Druck, alternative Antriebe einzubauen, ist inzwischen so hoch, dass Fiat sich gedrängt sieht, selbst bei den Kleinstwagen Akzente zu setzen. Das Resultat sind Mildhybridvarianten für den Cinquecento und den Panda.

Beide Fahrzeuge bieten künftighin einen 70 PS starken Einliter-Dreizylinder-Motor der FireFly-Aggregate-Familie an, der mit einem elektrisch arbeitenden 12-Volt-Riemen-Starter-Generator (RSG) kooperiert. Versorgt wird dieser von einer kleinen Lithium-Ionen-Batterie (11 Amperestunden), die sich im Schub- und Bremsbetrieb auflädt. Aufgabe des RSG ist es, den Benziner immer wieder zu entlasten, zum Beispiel beim Anfahren oder im Rahmen der Start/Stopp-Automatik. Fiat geht von signifikant reduzierten Kraftstoffverbäuchen und Schadstoffemissionen aus – im Vergleich zum bisher eingesetzten, 69 PS starken 1,2-Liter-Vierzylinder-Motor. Den bieten die Italiener übrigens weiterhin an.

Am Prüfstand benötigt der Panda Hybrid je 100 Kilometer Fahrt 5,6 Liter Treibstoff, berechnet nach dem WLTP-Standard. Die CO2-Emissionen betragen 126 bis 127 Gramm je Kilometer. Beim Cinquecento Hybrid liegen die Verbräuche zwischen 5,3 und 5,7 l/100 km (inklusive Cabrio), der CO2-Ausstoß bewegt sich je Kilometer zwischen 119 und 127 Gramm je Kilometer.

Bei den Fahrleistungen halten sich die neuen Mildhybriden betont zurück: Der Panda Hybrid beschleunigt, auch dank eines maximalen Drehmoments von 92 Newtonmetern (ab 3500 Um), in 14,7 Sekunden von null auf 100 km/h, der 500 Hybrid benötigt für diese Disziplin 13,8 Sekunden. Das Höchsttempo erreicht der elektrifizierte Panda mit 155 km/h, das Cinquecento-Pendant schafft 167 km/h. Für heimische wie auch italienische Autobahnen ist das mehr als genug. Eigens für den Marktstart stellt Fiat für beide Neulinge eine speziell ausgestattete Launch Edition parat: Die Sitzbezüge sind beispielsweise aus recyceltem Kunststoff hergestellt – ein Teil davon besteht aus Abfällen, die aus Ozeanen stammen. Fiat zeigt sich in diesem Zusammenhang stolz darauf, mit der SEAQUAL-Initiative zusammenzuarbeiten, die sich der Säuberung der Meere widmet.

Die Launch Edition des Panda Hybrid kostet ab 15.990 Euro, jene des Cinquecento Hybrid ab 18.790 Euro. (hösch)


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