Experte für Krptowährungen: „Technologie ist gekommen, um zu bleiben“

Florian Wimmer ist Experte für Kryptowährungen und setzt Hoffnungen auf die Pläne der neuen Regierung.

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Florian Wimmer will mit Blockpit für Sicherheit bei der Krypto-Versteuerung sorgen.
© Blockpit

Von Cornelia Ritzer

Wien – Schon früh beschäftigt sich Florian Wimmer mit dem Thema Kryptowährungen. Das Interesse des Oberösterreichers an Bitcoin und Co. war so groß, dass Wimmer 2017 seinen Job kündigte – er arbeitete nach einem technischen Studium bei den Wirtschaftsprüfern KPMG – und mit fünf Mitstreitern das Start-up Blockpit gründete. Denn was viele nicht wissen: Auch digitale Assets und Kryptowährungen sind steuerpflichtig. „Wir wollen die Sicherheit geben, aus einem Wirrwarr an Börsen, Wallets und Mining-Operations die Steuer korrekt zu erklären“, erklärt Wimmer, der 2018 in der Kategorie Finanzen in der Forbes-Liste der „30 unter 30“ landete, die Motivation hinter der Software.

Blockpit hat knapp über 5000 Kunden – Tendenz steigend, da auch das Bewusstsein steige, dass Gewinne steuerpflichtig sind. Kunden sind Privatpersonen, aber auch Börsen, Banken, Steuerberater und Finanzämter. Noch sind digitale Assets und Kryptowährungen nicht in der breiten Bevölkerung angekommen, laut einer Studie der Nationalbank kamen rund 200.000 Österreicher, also 2 bis 2,5 Prozent der Bevölkerung, damit in Berührung. Im Vergleich zu traditionellen Finanzinstrumenten gibt es also noch viel Spielraum, weiß der Blockpit-CEO, denn: „In Österreich sind wir generell etwas konservativer, auch mit Aktien beschäftigt sich nur ein kleiner Teil.“

Ein Umbruch finde aber statt, ist der 30-Jährige überzeugt: „Die Jüngeren machen keinen Bausparer und kein Sparbuch mehr. Generell wird das Thema Sparen weniger, die Leute leben im Jetzt und geben ihr Geld aus.“ Auch das Thema Negativzinsen spiele da eine Rolle. Wimmer beobachtet, dass die Junge „risikoaffiner“ seien und ihr Geld lieber anders anlegen.

Wurden Kryptowährungen anfangs noch für eher dubiose Geschäfte eingesetzt, für die man keine offiziellen Bankverbindungen benutzen wollte, hat sich das Image inzwischen gewandelt. „Trotzdem hat sich dieser Mythos durchgesetzt“, bedauert Wimmer und betont, dass die dahinterstehende Blockchain-Technologie – eine unveränderbare Datenbank, die jeder überprüfen kann – für Nachvollziehbarkeit sorge und damit illegale Geldflüsse aufgedeckt werden können. Wimmer ist überzeugt: „Mit Bargeld passieren viel mehr schmutzige Geschäfte als mit Kryptowährungen.“

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Hoffnungen setzt das junge Unternehmen auf einen Masterplan für Blockchain-Technologie und Kryptowährungen, der laut türkis-grünem Regierungsprogramm ausgearbeitet werden soll. „Es ist toll, dass das angesprochen wurde“, hofft Wimmer trotz „noch allgemeiner Formulierung“, dass er und seine Kollegen bei der Ausarbeitung mitarbeiten können. Für den Krypto-Experten ist nach der fünften EU-weiten Geldwäsche-Richtlinie jedenfalls klar: „Die Technologie ist gekommen, um zu bleiben.“


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