Neuer FPÖ-General Schnedlitz als „Speer und Schild“

Von der „Ibiza-Clique“ habe man sich getrennt, sagt Michael Schnedlitz. Nun will der Neue das „Vertrauen der Bevölkerung“ zurückgewinnen.

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Der 35-jährige Nationalratsmandatar und Vizebürgermeister von Wiener Neustadt löst Harald Vilimsky und Christian Hafenecker ab.
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Wien – „Speer und Schild“ der FPÖ soll er sein, „wenn es darum geht, anzugreifen und die Partei zu verteidigen“. So stellt Parteichef Norbert Hofer den neuen Generalsekretär Michael Schnedlitz vor. Einstimmig sei der gebürtige Steirer von den FPÖ-Gremien gewählt worden, sagt Hofer.

Übernommen hat Schnedlitz den Posten von Christian Hafenecker und Harald Vilimsky. Hafenecker soll jetzt „der Aufdecker der FPÖ sein und U-Ausschüsse betreuen“, erklärt Hofer. Und was will Schnedlitz?

Er wolle das „Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen“, hier würde die FPÖ derzeit eine „Talsohle durchschreiten“. Eine Trendwende begehrt Schnedlitz. Durch „harte Arbeit“ und mit „Inhalten“ wie „Heimat, Schutz und Sicherheit“ will er diese erreichen. Gegen den „Linksruck“ in der Regierung kündigt er eine „kantige Oppositionsarbeit“ an.

Die FPÖ kämpfe mit einem Zerrbild – man habe sich aber von der „Ibiza-Clique“ getrennt, sagt Schnedlitz. Nun „müssen wir dieses Zerrbild wieder auflösen und entwirren – und uns auf die Kernthemen konzentrieren“. Und wie steht Schnedlitz zu den Identitären? Er wurde ja kritisiert, da er im Jahr 2016 die rechtsextremen Identitären bei einer Kundgebung explizit gegrüßt hatte. Zu diesen habe er „gar keine Beziehung und auch kein Näheverhältnis“, sagt Schnedlitz, der auch Landesparteisekretär in Niederösterreich und stellvertretender Bürgermeister von Wiener Neustadt ist. Hofer befindet, die FPÖ sei eine Rechtspartei, „aber wir grenzen uns klar von Rechtsextremismus ab“. Und sein Foto mit einem Identitären beim Akademikerball? Er habe den Mann nicht gekannt, sagt Hofer.

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Angesprochen darauf, dass der Vorarlberger FPÖ-Chef Christoph Bitschi die Kontakte der Bundespartei zur deutschen AfD kritisiert hat, konstatiert Hofer: Das sei dessen Meinung, die Kooperation mit der AfD werde fortgesetzt. Bei der türkis-grünen Regierung ortet der FPÖ-Obmann viel „Marketingschmäh“. Die Regierungsklausur habe keine Ergebnisse gebracht. Das „1-2-3-Ticket“ werde sicher nicht wie angekündigt bis Jahresende fertig; und es sei mit rund 1000 Euro zu billig. Bei diesem Preis würden die Steuerzahler eine Milliarde im Jahr zuschießen müssen.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch glaubt den Beteuerungen der FPÖ nicht, sich von Rechtsextremen zu distanzieren. „Die Wochenbilanz der FPÖ spricht eine klare Sprache: Letzten Freitag tanzte die FPÖ beim Akademikerball Rechtswalzer und FPÖ-Chef Hofer machte Selfies mit einem Mitglied der Identitären. Am Dienstag darauf bricht FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl zu einer Pilger- und Huldigungsfahrt zur rechtsextremen AfD auf. Nun hat die FPÖ einen Mann zum Generalsekretär gekürt, der die Identitären bei einer Kundgebung herzlich begrüßt und willkommen geheißen hat.“ (sas)


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