Kinderblochziehen in Fiss war ein Härtetest

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Harte Arbeit war für die jungen Akteure das Ziehen des 20 Meter langen Blochs durch die Gassen von Fiss, wobei die routinierten Alten mit Rat und Tat zur Seite standen.
© Toni Zangerl

Fiss – Wetterfest zeigten sich gestern die Akteure beim Kinderblochziehen in Fiss. Dauerregen konnte die Begeisterung der 65 Akteure und rund 300 Beteiligten nicht stören.

Über tausend Zuseher begleiteten die jungen Burschen in ihren Masken und Kostümen bei ihrem Zug mit dem rund 20 Meter langen Blochbaum durch den Ort. Einmal mehr war es trotz des Wetterpechs ein prächtiges Fest, perfekt gestaltet vom Team der jungen Fisser Burschen um Paul Achenrainer. Sie alle dürfen den Regeln zufolge nur zwischen sechs und 17 Jahre alt sein.

Der Schwoaftuifl ...
© Toni Zangerl

Seit 1909 wird der uralte Brauch wieder durchgeführt. Und seit einem halben Jahrhundert wird der Bloch in Fiss alle zwei Jahre gezogen. Alte und junge Fisser wechseln sich mittlerweile in diesem Rhythmus ab.

Gestern stand der Ort am Sonnenplateau wieder im Zeichen dieses Brauchtums und der Fisser Buben. 65 traditionelle Masken und Figuren sorgten ganz nach dem Vorbild der Alten für ein farbenfrohes Spektakel.

Monatelange Vorbereitungen waren dem vorausgegangen, Leitfigur war heuer der „Giggeler“, ein flinker Hahn. Als sich mit dem Glockenschlag um 13 Uhr der bunte Zug mit Figuren wie Schallner, Fuhrmann, Jäger, Mohrelen, Hexen, Zwergelen, Paarelen, Bären, Miasmann und Schwoaftuifl – nach dem lautstarken Ruf „Iatz geaht’s los“ von Thomas Wachter – in Bewegung setzte, wollten das viele Fasnachtsfreunde hautnah miterleben. Nachdem in der Folge Bär und Miasmann eingefangen wurden, kam der Zug am Fonnes an, wo der Baum am Fisser Dorfplatz um 6300 Euro versteigert wurde

... der Bajatzl ...
© Toni Zangerl

2011 hat die Unesco diesen Brauch zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Der tiefere Sinn des Blochziehens ist klar definiert: Neben dem Bösen soll dem langen Winter der Garaus gemacht werden. Der Bloch, der dem Fisser Fasnachtsbrauch seinen Namen gibt, ist ein beim Kinderblochziehen 20 – und bei den Erwachsenen rund 30 – Meter langer Zirbenstamm.

Er repräsentiert den Pflug, der die Felder für die Aussaat aufbricht und damit den Frühlingsanfang einläutet. Am Ende des Stammes soll der umtriebige Schwoaftuifl zu bremsen versuchen, während auf den Dächern der Bajatzl seinen akrobatischen Schabernack treibt.

Das nächste Fisser Blochziehen der Erwachsenen geht in zwei Jahren, am 30. Jänner 2022, in Szene. (za)

... und der Bär sorgten mit ihren Aktionen für viel Unterhaltung und erhielten donnernden Applaus.
© Toni Zangerl

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