Fast 12.000 Coronavirus-Erkrankte in China

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Die Coronavirus-Epidemie in China erlebte am Samstag den bisher höchsten Anstieg der Infektionen und Toten innerhalb eines Tages. Die Gesundheitskommission in Peking meldete einen Zuwachs um fast 2.000 auf bisher 11.791 Erkrankte. Die Zahl der Todesfälle kletterte um 46 auf 259. International verhängen immer mehr Länder Einreiseverbote für Besucher aus China, zum Beispiel die USA und Australien.

US-Gesundheitsminister Alex Azar erklärte, Nicht-US-Bürgern, die sich in den vergangenen zwei Wochen in China aufgehalten haben, werde die Einreise verboten. Ausnahmen gebe es für enge Familienmitglieder von US-Bürgern und Menschen mit ständiger Aufenthaltsgenehmigung. Die Anweisung gilt ab dem 2. Februar. Ähnlich verhält sich Australien. Die Regierung hat ein Einreiseverbot für Reisende aus China verhängt. Von dem Verbot ausgenommen seien australische Staatsbürger und Menschen mit ständiger Aufenthaltsgenehmigung sowie deren Angehörige, erklärte Premierminister Scott Morrison am Samstag. Länder wie Italien, Singapur und die Mongolei haben ähnliche Maßnahmen ergriffen. Chinas Regierung bezeichnete beispielsweise das für die USA erlassene Einreiseverbot als unfreundlichen Akt.

Unterdessen hat die Rückholung deutscher Bürger aus dem chinesischen Seuchengebiet zu einem diplomatischen Eklat mit Russland geführt. Russland habe der deutschen Luftwaffen-Maschine mit den 128 Rückkehrern aus Wuhan die zwingend benötigte Zwischenlandung in Moskau verwehrt, sagte der Kommandeur der Flugbereitschaft im Bundesverteidigungsministerium, Oberst Daniel Draken, am Samstag der „Bild am Sonntag“.

Der Airbus werde nun zum Auftanken in Finnlands Hauptstadt Helsinki zwischenlanden. „Russland hat uns zwar den Überflug genehmigt“, sagte Draken der Zeitung. „Aber eine Landung an den Moskauer Flughäfen wurde mit Verweis auf mangelnde Kapazitäten am Boden verweigert.“

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Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ hatte Russland den deutschen Behörden die Landung zuvor in Aussicht gestellt. Der Zwischenstopp auf dem Flug nach Frankfurt am Main ist notwendig, um den Regierungs-Airbus aufzutanken und die Piloten auszutauschen. Eine A310-Crew war demnach bereits am Donnerstag nach Moskau vorgeflogen, um dort die Maschine übernehmen zu können.

Erstmals meldete unterdessen auch Spanien eine Infektion: Betroffen sei ein Deutscher auf der Kanareninsel La Gomera, der mit einem der in Deutschland infizierten Patienten in Kontakt gewesen sein soll, teilte die Regierung mit. Insgesamt waren fünf Deutsche in La Gomera getestet worden, die in Kontakt mit einem Mann gekommen sein sollen, bei dem in Deutschland das Virus nachgewiesen wurde.

In Österreich gibt es bisher keinen bestätigten Fall: Für einen siebenten Verdachtsfall in Wien gab es ebenso eine Entwarnung wie für einen Verdachtsfall in Kärnten. Offen waren noch zwei weitere Corona-Verdachtsfälle in Salzburg. Das Paar wurde aus Sicherheitsgründen auf die Isolierstation der Salzburger Landesklinik gebracht. Erste Verdachtsfälle wurden am Samstag auch aus Vorarlberg, Niederösterreich und Oberösterreich gemeldet.

Wegen der Lungenkrankheit ist China praktisch zum Stillstand gekommen. In der hart betroffenen Provinz Hubei wurden 45 Millionen Menschen abgeschottet. Alle Verkehrsverbindungen sind dort gekappt. Landesweit werden Überlandbusse gestoppt, Züge und Flüge reduziert. Die Ferien zum chinesischen Neujahrsfest wurden verlängert: Schulen, Universitäten und Kindergärten bleiben geschlossen, Fabriken stehen still und Büros sind verriegelt. Nach Ikea oder H&M schließt auch Apple bis mindestens 9. Februar seine Läden.


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