Coronavirus: Die Welt schottet sich aus Angst von China ab

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Die Welt schottet sich aus Angst vor dem neuartigen Coronavirus zusehends von China ab. Die USA und Australien untersagten Besuchern aus China die Einreise. Großbritannien zog Diplomaten aus Peking zurück. Der IT-Gigant Apple schloss seine Filialen auf dem Festland von China. In der Zwischenzeit wurden die Infektionsketten international immer länger.

In Deutschland gab es sieben Menschen, bei denen der Erreger nachgewiesen wurde. Es handelt sich um sechs Mitarbeiter des Automobil-Zulieferbetriebs Webasto im bayerischen Landkreis Starnberg sowie ein Kind von einem von ihnen. Von dort breitete sich das Virus auch nach Spanien aus. Auf der Urlauberinsel La Gomera werde ein erkrankter Deutscher isoliert behandelt, teilte das spanische Gesundheitsministerium mit. Er habe zuvor in Deutschland „engen Kontakt“ mit einer infizierten Person gehabt. Der Mann hatte mit fünf weiteren Deutschen auf der Kanareninsel La Gomera Urlaub gemacht. Vier seiner Begleiter hätten ebenfalls Symptome gezeigt, bei einem Menschen seien keine Symptome aufgetreten.

Immer mehr Länder flogen ihre Bürger aus dem Seuchengebiet aus. Ein Flugzeug der deutschen Bundeswehr landete am Samstagnachmittag in Frankfurt. Nach Angaben des deutschen Gesundheitsministeriums waren 128 Passagiere an Bord, darunter 102 deutsche Staatsbürger. Nach ihrer Landung sollen die Rückkehrer in Frankfurt auf Symptome untersucht werden. Danach steht eine zweiwöchige Quarantäne in einer Kaserne in Germersheim an.

In Frankreich wurden etwa 180 Menschen, zumeist Franzosen, nahe Marseille unter Quarantäne gestellt, die aus Wuhan ausgeflogen worden waren. Ein weiteres Flugzeug überwiegend mit Franzosen wurde in der Nacht auf Sonntag in Frankreich erwartet. An Bord dürften sich dann auch sieben Österreicher befinden. Sie sollten schließlich mit einer Maschine des Bundesheeres am Sonntag nach Österreich geholt werden. Nach einem Zwischenstopp auf dem südfranzösischen Luftwaffenstützpunkt Istres-Le Tube werden sie schließlich nach Wien geflogen. Dies erklärte ein Sprecher des Bundesheeres Samstagnachmittag gegenüber der APA.

In Österreich gibt es bisher keinen bestätigten Fall: Für einen siebenten Verdachtsfall in Wien gab es ebenso eine Entwarnung wie für einen Verdachtsfall in Kärnten. Alle vier Personen in Salzburg, die in den vergangenen Tagen im Uniklinikum unter Beobachtung gestanden sind, haben sich nicht mit dem Erreger infiziert. Das berichtete das Land Salzburg. Auch je ein Verdachtsfall in Oberösterreich und Vorarlberg bestätigten sich nicht. Weitere Verdachtsfälle wurden am Samstag aus Wien und Niederösterreich gemeldet.

Angesichts der ungebremsten Ausbreitung des Virus verhängte Australien ein Einreiseverbot für Reisende aus China. Von dem Verbot ausgenommen seien australische Staatsbürger und Menschen mit ständiger Aufenthaltsgenehmigung sowie deren Angehörige, erklärte Premierminister Scott Morrison. Seine Erklärung erfolgte einen Tag, nachdem bereits die US-Regierung ein Einreiseverbot für China-Reisende verhängt hatte. Auch das US-Verbot gilt nicht für Staatsbürger, Ausländer mit ständiger Aufenthaltsgenehmigung in den USA sowie deren enge Familienmitglieder.

US-Bürger, die sich in der chinesischen Provinz Hubei aufhielten, sollen nach Angaben von US-Gesundheitsminister Alex Azar außerdem zwei Wochen lang unter Quarantäne gestellt werden. In der zentralchinesischen Provinz liegt auch die Millionenmetropole Wuhan. Dort war das Virus im Dezember zum ersten Mal aufgetreten.

Großbritannien zog nach Angaben des Außenministeriums Personal aus diplomatischen Einrichtungen in China ab. Von dem Schritt sind Diplomaten sowie deren Familien betroffen. Zuvor hatten die USA einem Teil ihrer Botschaftsmitarbeiter die Ausreise freigestellt.

Auch die Wirtschaft wurde zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Der US-IT-Gigant Apple kündigte an, bis 9. Februar seine Filialen und Büros in Festland-China vorsichtshalber zu schließen. Der koreanische Autobauer Hyundai setzte seine für dieses Wochenende geplante SUV-Produktion aus. Zur Begründung nannte eine Sprecherin Werksschließungen in China, die zu einer Versorgungsstörung geführt hätten.

In China stieg die Zahl der Infizierten bis Samstag auf knapp 12.000, wie die Nationale Gesundheitskommission mitteilte. Bisher starben in der Volksrepublik demnach 259 Menschen an der Atemwegserkrankung, die bereits während der bis zu zwei Wochen dauernden Inkubationszeit von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Donnerstag einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Sie ging am Freitag von allein in China weiteren mehr als 15.000 Verdachtsfällen aus.


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