Coronavirus: Flugzeug bringt Österreicher nach Hause

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Immer mehr Länder holen aus Angst vor dem neuartigen Coronavirus ihre Bürger aus dem betroffenen chinesischen Wuhan zurück. Ein französisches Flugzeug bringt mehrere Menschen - darunter auch aus Österreich - nach Europa. Das österreichische Bundesheer ist mit einem Flugzeug auf dem Weg, um die Österreicher in Frankreich abzuholen. Die Zahl der Todesopfer stieg indes erneut.

Mit 45 weiteren Opfern seien mittlerweile bereits 304 Menschen in der Volksrepublik an der Atemwegserkrankung gestorben. Die neuen Todesopfer wurden aus der besonders stark betroffenen Provinz Hubei gemeldet. Das teilten die Behörden am Sonntag mit. In ganz China infizierten sich bereits mehr als 14.000 Menschen.

In Frankreich wurden unterdessen etwa 180 Menschen, zumeist Franzosen, nahe Marseille unter Quarantäne gestellt, die aus Wuhan ausgeflogen worden waren. Die USA, Japan, Südkorea und andere Länder holten ebenfalls Staatsbürger aus Wuhan oder planen Rückholaktionen.

Die sieben Österreicher sollen, falls es zu keinen weiteren Verzögerungen kommt, am Sonntag um 17.30 Uhr in Wien-Schwechat landen, sagte Außenamtssprecher Peter Guschelbauer der APA. Knapp drei Stunden später als geplant startete am Sonntag um 8.45 Uhr eine Bundesheer-Transportmaschine von Linz-Hörsching nach Frankreich, um die Österreicher zu übernehmen. Mit an Bord der Hercules C-130 sind ein Sanitätsteam und zwei Experten des ABC-Abwehrzentrums.

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Rund zwei Stunden dauere der Flug zum Zielort, der französischen Luftwaffenbasis Istres-Le Tube, informierte der Kommandant der Luftunterstützung im Fliegerhorst Vogler in Hörsching, Wolfgang Wagner, Sonntagfrüh. Die sieben Österreicher gelten als gesund und zeigten bisher keine Symptome einer Coronavirus-Erkrankung, so sein Wissensstand. Die vierköpfige Crew der Hercules, eine Ärztin, ein Sanitärunteroffizier sowie zwei Experten des ABC Abwehrzentrums werden aber ebenso wie die sieben Passagiere als „Vorsichtsmaßnahme Atemschutz tragen“. Ob noch weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen, werde an Ort und Stelle in Absprache mit der französischen Gesundheitsbehörde entschieden.

Nähere Angaben zu den ausgeflogenen Österreichern wollte Wagner aus Datenschutzgründen nicht machen. Sie seien jedenfalls mit 282 weiteren Europäern, darunter Franzosen, Polen, Bulgaren, Briten, Schweden und Belgier, mit einer zivilen Maschine von China nach Südfrankreich geflogen worden. Das Flugzeug habe jedoch verspätet abgehoben, weshalb sich auch die Rückholaktion des österreichischen Bundesheeres um knapp drei Stunden nach hinten verschoben hat.

Auf der Luftwaffenbasis Istres werden alle Passagiere zunächst ihren jeweiligen Heimatländern übergeben. Dazu hat jede Nation einen eigenen Time-Slot erhalten, führte Wagner aus.

Die Hercules solle laut Plan am frühen Sonntagabend wieder zum Fliegerhorst Hörsching zurückkehren. Mit dieser Rückholaktion erfülle die Luftunterstützung des Heeres ihre eigentlich Aufgabe, „Österreichern in einer Notlage zu helfen“, meinte Wagner abschließend.

In Österreich gibt es mit Stand von Sonntag, 10.00 Uhr, laut dem Gesundheitsministerium nur einen Verdachtsfall auf eine Coronavirus-Infektion. Es handelt sich um einen Fall in Niederösterreich. Die Untersuchungen liefen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sprach von insgesamt 30 Verdachtsfällen in Österreich. Erhärtet hat sich bisher kein einziger Coronavirus-Verdacht.

Auch Italien bemüht sich um die Rückführung von 67 Italienern aus Wuhan. Eine Maschine der italienischen Luftwaffe mit den Italienern an Bord - vor allem Studenten und Unternehmer - wird am Montagvormittag auf dem Militärflughafen Pratica di Mare bei Rom landen.

Zwei der am Samstag mit einem Flugzeug der deutschen Bundeswehr aus China zurückgeholten deutschen Staatsbürger haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte die zuständige lokale Verwaltung am Sonntag mit. Mit dem Flugzeug waren 124 Personen aus Wuhan ausgeflogen und via Helsinki nach Frankfurt am Main gebracht worden. Auch in Bayern wurde erneut das Coronavirus bei einem Menschen nachgewiesen. Ein weiterer deutscher infizierter Staatsbürger wurde in Spanien registriert.

Erstmals seit Ausbruch des Virus starb auch außerhalb Chinas ein Mensch an den Folgen seiner Erkrankung. Das philippinische Gesundheitsministerium teilte am Sonntag mit, auf dem pazifischen Inselstaat sei ein 44-Jähriger aus der Stadt Wuhan am Samstag ums Leben gekommen, nachdem er eine schwere Lungenentzündung bekommen habe.

Angesichts der ungebremsten Ausbreitung des Virus verhängte Australien am Samstag ein Einreiseverbot für Reisende aus China. Auch Russland hat die Einreisestimmungen für Chinesen verschärft. Die Schritte von Australien und Russland erfolgten einen Tag, nachdem bereits die US-Regierung ein Einreiseverbot für China-Reisende verhängt hatte.

In der Provinz Hubei wurden unterdessen die Bewegungsfreiheit der Bewohner massiv eingeschränkt. In der Neun-Millionen-Einwohner-Metropole Wenzhou an der Ostküste Chinas dürfe nur noch ein Mensch pro Haushalt alle zwei Tage auf die Straße, um das zum Leben Notwendige einzukaufen, teilten die Behörden am Sonntag mit. In der zentralchinesischen Provinz liegt auch die Millionenmetropole Wuhan. Dort war das Virus im Dezember zum ersten Mal aufgetreten.

Großbritannien zog nach Angaben des Außenministeriums Personal aus diplomatischen Einrichtungen in China ab. Auch die Wirtschaft wurde zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Der US-IT-Gigant Apple kündigte an, bis 9. Februar seine Filialen und Büros in Festland-China vorsichtshalber zu schließen. Der koreanische Autobauer Hyundai setzte seine für dieses Wochenende geplante SUV-Produktion aus.

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus liefert die EU zwölf Tonnen Schutzkleidung an China. Wie die EU-Kommission mitteilte, hatte die Volksrepublik um die Hilfsmittel gebeten. Die Schutzkleidung ist bereits unterwegs nach China.


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