Coronavirus: Flugzeug bringt Österreicher nach Hause

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Immer mehr Länder holen aus Angst vor dem neuartigen Coronavirus ihre Bürger aus dem betroffenen chinesischen Wuhan zurück. Ein französisches Flugzeug bringt mehrere Menschen - darunter auch aus Österreich - nach Europa. Das österreichische Bundesheer ist mit einem Flugzeug auf dem Weg, um die Österreicher in Frankreich abzuholen. Die Zahl der Todesopfer stieg indes erneut.

Die Maschine, die u.a. die sieben Österreicher aus dem chinesischen Coronavirus-Epidemiegebiet Wuhan an Bord hat, sollte noch vor 15.00 Uhr auf der französischen Luftwaffenbasis Istres-Le Tube landen, gab Bundesheersprecher Oberst Bernhard Obmann bekannt. In der befanden sich insgesamt 289 Europäer aus mehreren Ländern. Da das Flugzeug Verspätung hatte, verschob sich auch die Rückholaktion des Bundesheeres um knapp drei Stunden nach hinten. Die sieben Österreicher sollten anschließend in die Hercules C-130 nach Wien umsteigen, die abends in Wien-Schwechat ankommen soll.

Wie Außenamtssprecher Peter Guschelbauer sagte, handelt es sich bei den sieben Österreichern um den österreichischen Konsul, einen Osttiroler, sowie fünf Niederösterreicher, zwei Männer, zwei Frauen und ein Kind. Sie werden bei der Rückkehr von der Öffentlichkeit abgeschirmt und nicht über ein normales Terminal abgefertigt. Über deren weitere Versorgung werden u.a. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) Sonntagabend bei einer Pressekonferenz informieren.

Die Bundesheer-Transportmaschine war knapp drei Stunden später als geplant um 8.55 Uhr von Linz-Hörsching nach Frankreich gestartet, um die Passagiere von der Luftwaffenbasis Istres-Le Tube zu holen. Laut dem Kommandanten der Luftunterstützung im Fliegerhorst Vogler in Hörsching, Wolfgang Wagner, gelten die sieben Österreicher als gesund und zeigten bisher keine Symptome einer Coronavirus-Erkrankung. Die vierköpfige Crew der Maschine, eine Ärztin, ein Sanitärunteroffizier sowie zwei Experten des ABC Abwehrzentrums werden aber ebenso wie die sieben Passagiere als „Vorsichtsmaßnahme Atemschutz tragen“.

Mit 45 weiteren Opfern sind mittlerweile bereits 304 Menschen in der Volksrepublik an der Atemwegserkrankung gestorben. Die neuen Todesopfer wurden aus der besonders stark betroffenen Provinz Hubei gemeldet. Das teilten die Behörden am Sonntag mit. In ganz China infizierten sich bereits mehr als 14.000 Menschen. Von den Philippinen wurde zudem der erste Todesfall außerhalb Chinas gemeldet. Es handelte sich um einen 44-Jährigen aus Wuhan.

In Frankreich wurden unterdessen etwa 180 Menschen, zumeist Franzosen, nahe Marseille unter Quarantäne gestellt, die aus Wuhan ausgeflogen worden waren. Die USA, Japan, Südkorea und andere Länder holten ebenfalls Staatsbürger aus Wuhan oder planen Rückholaktionen.

In Österreich gibt es derzeit keinen offenen Verdachtsfall auf eine Coronavirus-Infektion mehr. Am Sonntagnachmittag gab es Entwarnung bei einem Verdachtsfall in Niederösterreich: Tests bei einer Patientin, die ins Landesklinikum Mödling eingeliefert worden war, verliefen negativ, teilte die Landeskliniken-Holding mit. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sprach von insgesamt 30 Verdachtsfällen in Österreich. Erhärtet hat sich bisher kein einziger.

Auch Italien bemüht sich um die Rückführung von 67 Italienern aus Wuhan. Eine Maschine der italienischen Luftwaffe mit den Italienern an Bord - vor allem Studenten und Unternehmer - wird am Montagvormittag auf dem Militärflughafen Pratica di Mare bei Rom landen.

Zwei der am Samstag mit einem Flugzeug der deutschen Bundeswehr aus China zurückgeholten deutschen Staatsbürger haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte die zuständige lokale Verwaltung am Sonntag mit. Mit dem Flugzeug waren 124 Personen aus Wuhan ausgeflogen und via Helsinki nach Frankfurt am Main gebracht worden. Auch in Bayern wurde erneut das Coronavirus bei einem Menschen nachgewiesen. Ein weiterer deutscher infizierter Staatsbürger wurde in Spanien registriert.

Erstmals seit Ausbruch des Virus starb auch außerhalb Chinas ein Mensch an den Folgen seiner Erkrankung. Das philippinische Gesundheitsministerium teilte am Sonntag mit, auf dem pazifischen Inselstaat sei ein 44-Jähriger aus der Stadt Wuhan am Samstag ums Leben gekommen, nachdem er eine schwere Lungenentzündung bekommen habe.

Angesichts der ungebremsten Ausbreitung des Virus verhängte Australien am Samstag ein Einreiseverbot für Reisende aus China. Auch Russland hat die Einreisestimmungen für Chinesen verschärft. Die Schritte von Australien und Russland erfolgten einen Tag, nachdem bereits die US-Regierung ein Einreiseverbot für China-Reisende verhängt hatte.

In der Provinz Hubei wurden unterdessen die Bewegungsfreiheit der Bewohner massiv eingeschränkt. In der Neun-Millionen-Einwohner-Metropole Wenzhou an der Ostküste Chinas dürfe nur noch ein Mensch pro Haushalt alle zwei Tage auf die Straße, um das zum Leben Notwendige einzukaufen, teilten die Behörden am Sonntag mit. In der zentralchinesischen Provinz liegt auch die Millionenmetropole Wuhan. Dort war das Virus im Dezember zum ersten Mal aufgetreten.

Großbritannien zog nach Angaben des Außenministeriums Personal aus diplomatischen Einrichtungen in China ab. Auch die Wirtschaft wurde zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Der US-IT-Gigant Apple kündigte an, bis 9. Februar seine Filialen und Büros in Festland-China vorsichtshalber zu schließen. Der koreanische Autobauer Hyundai setzte seine für dieses Wochenende geplante SUV-Produktion aus.

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus liefert die EU zwölf Tonnen Schutzkleidung an China. Wie die EU-Kommission mitteilte, hatte die Volksrepublik um die Hilfsmittel gebeten. Die Schutzkleidung ist bereits unterwegs nach China.


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