Osttiroler Firmen suchen Kooperation mit Informatik-Universität

Immer mehr Osttiroler Unternehmen brauchen Digitalisierungsprofis. Ihr Wunsch ist eine maßgeschneiderte Ausbildung, die Uni soll helfen.

Wirtschaftskammer-Obfrau Michaela Hysek-Unterweger, Studiendekan Georg Moser, die Leiterin des Informatik-Instituts Ruth Breu und Richard Piock, Geschäftsführer der Innos GmbH (v. l.), arbeiten zusammen.
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Von Catharina Oblasser

Lienz – Mehr als 1000 Studierende zählt die Studienrichtung Informatik an der Universität Innsbruck. Angeboten werden ein Bachelor- und ein Masterstudium, zusätzlich gibt es Erweiterungsstudien, Lehrgänge und Kurzausbildungen. Die Osttiroler Wirtschaft braucht für den Weg in Richtung Digitalisierung dringend Fachwissen auf diesem Gebiet, wie sich bei einem Thementag in Lienz mit neun Leitbetrieben deutlich herauskristallisierte.

Wie das im Detail aussieht, präsentierten die Teilnehmer bei einem Pressegespräch im „Inkubator“, einem Entwicklungs- und Ideenlabor nahe dem Campus Technik Lienz. Mit dabei waren Ruth Breu, Leiterin des Informatik-Instituts der Uni Innsbruck, Studiendekan Georg Moser, Innos-Geschäftsführer Richard Piock sowie Wirtschaftskammer-Obfrau Michaela Hysek-Unterweger und Geschäftsführer Reinhard Lobenwein.

„Die wichtigsten Fachbereiche für die Unternehmen sind Data Analytics, Netzwerk­entwicklung und Datensicherheit“, beschreibt Richard Piock. „Wir haben auch gesehen, dass die Bedürfnisse vielfältig sind, je nach Größe des Betriebs“, fügt Michael­a Hysek-Unterweger hinzu. „Der Druck auf die Unternehmen, Informatik-Fachwissen zu erwerben, ist da.“

„Der Wunsch nach einer spezifischen Ausbildung war stark“, berichtet Ruth Breu von den Gesprächen mit den Unternehmern. „Wir sind da flexibel, was Zeit und Ort betrifft.“ Georg Moser erläutert, dass es neben dem klassischen dreijährigen Bachelor-Studium auch andere Varianten gebe. Die Uni Innsbruck bietet seit Kurzem etwa ein neunwöchiges „Boot Camp“ an, wo in kurzer Zeit intensiv gelernt wird. „Wir haben über Bildungsmöglichkeiten gesprochen. Am Standort Lienz oder als Blockveranstaltung in Innsbruck, das ist alles vorstellbar.“

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Noch ist das alles Theorie, doch das soll nicht so bleiben, meint Reinhard Lobenwein. „Uns war es wichtig zu erfahren, wie groß der Bedarf ist. Wir wissen, dass ein Engpass in Hinblick auf die Herausforderungen der Digitalisierung besteht. Nun wollen wir gemeinsam mit der Universität Innsbruck Schritt für Schritt ein Konzept entwickeln.“

Die Uni profitiert schon lange von der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. So gibt es Bachelorarbeiten, die im Auftrag und mit Unterstützung von Firmen entstehen. Das Wissen aus der Praxis mit der Theorie zu verbinden, bringe beiden Seiten sehr viel, sagt Ruth Breu.


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