Radwegnetz in Hall erhält eine einheitliche Beschilderung

Im Planungsverband Hall und Umgebung wird ein Pilotprojekt realisiert. Die FPÖ kritisiert die Kosten, Für Hall hält den Zeitpunkt für verfrüht.

Der Radfahreranteil im Gebiet des Planungsverbands Hall und Umgebung ist stark ausbaufähig. Nun wird ein einheitliches Beschilderungssystem für die Radverbindungen in Auftrag gegeben. Gerade in Thaur und Rum ist aber noch offen, wo die Hauptachsen überhaupt verlaufen werden.
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Von Michael Domanig

Hall –ÖVP, Grüne und SPÖ dafür, FPÖ und die Liste Für Hall dagegen – ein solches Abstimmungsergebnis hat im Haller Gemeinderat extremen Seltenheitswert. In der jüngsten Sitzung wurde nun aber mit ebendieser Mehrheit die Planung für eine einheitliche Beschilderung des Radstreckennetzes im Planungsverband Hall und Umgebung vergeben.

Wie mehrfach berichtet, hat der Planungsverband ein gemeinsames Radwegkonzept für die gesamte Region ausarbeiten lassen, vor exakt einem Jahr wurde dieses erstmals öffentlich vorgestellt.

Auf Gemeindeebene habe man bereits Maßnahmen eingeleitet und zum Teil umgesetzt, meinte BM Eva Posch (VP), etwa den neuen Radweg im Bereich Trientlstraße/Burgfrieden. Das gelte auch für Absam, Mils und Gnadenwald. Thaur und Rum seien derzeit „noch in Diskussionsprozessen“. Jedenfalls wolle man im gesamten Gebiet auch eine Beschilderung der Radverbindungen – und zwar in einheitlicher Form, wie das beim überregionalen Radwegnetz (Stichwort: Inntalradweg) bereits der Fall sei. Daher habe man mit Land und Planungsverband vereinbart, dasselbe Büro zu beauftragen, das auch die überregionale Beschilderung ausgetüftelt hat.

„Auf regionaler Ebene gibt es so etwas in Tirol noch nicht“, erklärte Posch. Das Land beteiligt sich finanziell an diesem Pilotprojekt (Erweiterung und Weiterentwicklung der Tiroler Radwanderwege-Leitsysteme sowie der Beschilderung lokaler Achsen, digitale Routing-Anwendungen etc.), trotzdem entfallen auf die Verbandsgemeinden für die Planung immer noch 71.000 Euro, Hall trifft es mit ca. 25.000 Euro.

Die genaue Erfassung der Strecken, die exakte und logische Positionierung der Tafeln sei eben ein komplexes Thema, das viel Know-how und eine gewisse Vorlaufzeit erfordere, betonte Posch.

Die FPÖ stimmte dennoch gegen die Vergabe: Das Radwegekonzept sei prinzipiell gut, es sei aber die Frage, „ob man so viel Geld in die Hand nehmen soll, damit die Radfahrer den Weg finden“, meinte GR Ilse Stibernitz – zumal das Ortskundigen auch so gelinge. Und die über 70.000 Euro bezögen sich nur auf die Planung, „da steht noch kein Schild“. Man solle das Geld besser in die Straßensanierung investieren, bilanzierte Stibernitz.

Für Vize-BM Wolfgang Tscherner (Für Hall) ist ein einheitliches Beschilderungssystem eine „tolle Geschichte“, es komme aber zu früh: „Das wäre so, als wenn man mit 14 ein Auto kauft, lange bevor man den Führerschein machen darf.“ Von einem regionalen Radwegenetz sei man nämlich „weit weg“, in Thaur und Rum gibt es dazu noch gar keine Beschlüsse. „Das werden teils also Schilder werden, die nach Schilda führen.“ Tscherners Fazit: Die Routen sollten großteils feststehen und errichtet werden, bevor man die Beschilderung angehe.

„Wir brauchen auch innerörtlich eine gute Beschilderung“, konterte Vize-BM Werner Nuding (VP), diese ende derzeit am Unteren Stadtplatz. Die Chance auf ein Pilotprojekt mit einheitlichen, übersichtlichen Schildern (vergleichbar mit den gelben Wanderweg-Tafeln) solle man sich nicht entgehen lassen. Und die Schilder könnten ja „je nach Fortschritt“ angebracht werden.

Auch für GR Thomas Erbeznik (Grüne) ergibt eine Beschilderung Sinn – und es sei auch sinnvoll, „sich darüber schon jetzt Gedanken zu machen“. So sieht das auch BM Posch: „Wir müssen ja nicht den ganzen Planungsverband auf einmal beschildern, sondern da, wo es Wege gibt.“


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