MG ZS: Mit Stromschlag neu geboren

Für MG ist Österreich erst der dritte Markt in Europa für das nunmehr chinesische Elektro-SUV.
© Hersteller

Wien – Es gibt Anblicke, die unvergesslich bleiben. Einer stammt von der Shanghai Motorshow 2017: zehn chinesische Cheerleaderinnen, die zu „You’ll Never Walk Alone“ – der Hymne des FC Liverpool – um einen Kleinwagen herumhüpfen, der ein MG-Logo trägt. Geistig nicht ganz leicht zu vereinbaren, aber mit dem Wissen, dass MG nunmehr eine Marke der SAIC-Gruppe in Shanghai und Sponsor der „Reds“ ist, zumindest erklärbar.

Im Reich der Mitte war das britische Sportwagen-Erbe wertlos, als Türöffner nach Europa eignete sich die MG aber bestens. In England ist man seit 2013 mit eigenen neuen Modellen vertreten, auch der jetzt präsentierte ZS wird in Großbritannien bereits seit 2017 angeboten. Dort ist er allerdings auch als Benziner zu haben, hierzulande startet die Marke nun ausschließlich mit batterieelektrischem Antrieb. Das technische Konzept entspricht mit der Batterie im Fahrzeugboden und Vorderradantrieb dem gängigen Konstruktionsprinzip heutiger E-Autos. Die Akku-Kapazität beträgt 44,5 Kilowatt, die 143 PS beschleunigen das mit 4,3 Metern ziemlich kompakte und mit 1,5 Tonnen nicht allzu schwere SUV in 8,2 Sekunden aus dem Stand auf hundert. Der MG ZS hat fünf NCAP-Sterne erreicht, auch bei Verarbeitung und Materialqualität lässt er sich nicht lumpen. Tatsächlich ist sein Innenraum teilweise – etwa mit dem Drehknopf für die Getriebe-Einstellungen – sogar pfiffig und auch deutlich hochwertiger ausgeführt als die billigen Hartplastik-Cockpits, die VW derzeit in seinen Kompakt-Modellen zumutet.

Das Design des MG erinnert ein wenig an die aktuelle Mazda-Linie, nur konservativer und weniger emotional – insgesamt aber ein gefälliger und absolut mehrheitsfähiger Look. Die je nach Ausstattung 16- oder 17-Zoll-Räder wirken ein wenig klein geraten, sind aber eine Konzession an die Effizienz. Keinerlei Kompromisse verlangt der ZV hingegen beim Fahren selbst – der vollelektrische MG verfügt über tadellosen Abrollkomfort, lenkt leichtgängig und präzise ein. Auf der höchsten der drei Rekuperationsstufen ist er auch im bequemen Ein-Pedal-Modus zu bewegen. Die Reichweite nach WLTP wird mit 263 Kilometern angegeben. Mit dem Onboard-Lader sind die Akkus in acht Stunden wieder voll.

Zusätzlich interessant macht den MG ZS sein Preis: In der schon großzügig bestückten Ausstattung Komfort ist er für 31.790 Euro wohlfeil. (ps)

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Kommentieren


Schlagworte