Arche Herzensbrücken: „Unsere Warteliste ist lang und wird von Jahr zu Jahr länger“

In einem Seefelder Hotel bietet die Arche Herzensbrücken eine Woche Normalität für Familien mit schwerkranken Kindern. Bald wird das Angebot ausgeweitet.

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Der Geschäftsführer der Arche Herzensbrücken, Horst Szeli (Zweiter von links), seine Frau Doris (Zweite von rechts) mit Mitgliedern der Tiroler Lions Clubs und Regionsleiterin Elisabeth Bacher-Bracke (ganz rechts). Die Lions Clubs ermöglichen mit ihren Spenden den Ausbau des Angebots.
© Mair

Von Benedikt Mair

Seefeld –Wohin, um einfach mal die Sorgen des Alltags zu vergessen? Ans Meer zum Bräunen und Baden oder im Winter vielleicht auf die Piste? Solche gängigen Ferienziele kommen für viele Familien mit schwerkranken Kindern nicht in Frage. In den Unterkünften fehlt die passende Infrastruktur und betreut müssen die Kleinen auch selber werden.

Anders sieht das im Hotel Solstein in Seefeld aus. Dort bietet der Verein Arche Herzensbrücken für schwer erkrankte Kinder, ihre Eltern und Geschwister in Semester- und Sommerferien sieben Urlaubstage ganz ohne Sorgen. Und das schon seit fünf Jahren. Mit Spenden des Tiroler Lions Club wird das Angebot jetzt ausgebaut. Insgesamt 14 Wochen im Jahr soll es Betroffenen bald möglich gemacht werden, in Seefeld zu urlauben.

Ein Schritt, der längst überfällig war, sagt Horst Szeli, der Leiter des Projektes. „Seit der Gründung sind wir bekannter geworden, die Idee wird gut angenommen. Unsere Warteliste ist lang und wird von Jahr zu Jahr länger.“ Bis zu 20 Familien warten derzeit darauf, einen Platz im Hotel Solstein zu bekommen – einen kleinen Selbstbehalt, je nach Einkommen, gibt es, der Rest wird mit Spendengeldern bezahlt. Die betreuten Kinder leiden beispielsweise an seltenen Stoffwechselerkrankungen oder Gendefekten.

Während die Mitarbeiter der Arche Herzensbrücken die schwerkranken Kinder betreuen, können Elter­n und Geschwister eine Woche lang eine sorgenfreie Zeit genießen.
© Arche Herzensbrücke

„So viel Normalität wie möglich, so viel Besonderheit wie nötig“, charakterisiert Szeli das Angebot, das er gemeinsam mit seiner Frau Doris und einigen Mitarbeitern aufgebaut hat. Besonders sind spezielle Einrichtungen für die erkrankten Kinder, das Betreuungs- und Therapieangebot für die Familien, für die Normalität sorgt die Tatsache, dass es neben den vier Zimmern für die betroffenen Gäste noch zwölf weitere für „gewöhnliche“ Urlauber gibt. „So sieht gelebte Inklusion aus“, meint Szeli.

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Als sie von der Arche Herzensbrücken erfahren habe, sei sie sofort Feuer und Flamme für das Engagement des Vereins gewesen, erzählt Elisabeth Bacher-Bracke, Regionsleiterin der Lions Clubs in Tirol. „Unser Club in Seefeld spendet schon länger dafür. Wir springen damit also auf einen Zug auf, der bereits fährt.“ Denn, auf ihre Initiative hin, sei die Unterstützung der Arche Herzensbrücken „zum Regionsprojekt der kommenden drei Jahre erkoren worden“, sagt Bacher-Bracke. Heißt: Alle Tiroler Lions Clubs werden, je nach Möglichkeiten, Geld an die Initiative von Doris und Horst Szeli spenden.

Letzterer ist „enorm dankbar für die wichtige Unterstützung“ und hofft, dass er so seinem sehnlichsten Wunsch näherkommt. „Erstmal wollen wir das Gebäude so umrüsten, dass auch Nachtbetreuung der kranken Kinder möglich ist. Und irgendwann wäre es mein Traum, dass wir das ganz­e Jahr über Urlaube für dies­e Familien anbieten können.“

Weitere Informationen zur Arche Herzensbrücken und die Möglichkeiten, wie der Verein unterstützt werden kann, finden Sie im Internet unter www.herzensbruecken.at


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