Flugzeug, Zug, Bus und ein lautes „Lei-lei!“

Orkan, „heiße“ Telefondrähte und ein altbekannter Sportdirektor: Rund um die Alpenvolleys wurde es in den letzten beiden Tagen nie langweilig.

Alpenvolleys-Angreifer Paulo Costa da Silva will im heutigen CEV-Rückspiel in Unterhaching den 3:0-Auswärtserfolg wiederholen.
© Pauli/Alpenvolleys

Von Daniel Suckert

Innsbruck – Christian Sigl, seines Zeichens Presse- und Marketing-Chef der Hypo Tirol Alpenvolleys Haching, konnte sich an keinen ähnlichen Tag zurückerinnern. Der über Europa fegende Orkan brachte ihm gestern förmlich im Minutentakt Änderungen. Heute (19 Uhr, Unterhaching) soll das CEV-Rückspiel (Hinspiel: 3:0-Sieg Alpenvolleys) in Unterhaching gegen die ukrainische Mannschaft Barkom-Kazhany Lviv normal über die Bühne gehen.

Next Stop Warschau: „Der CEV-Cup und die Alpenvolleys – das ist eine eigene Beziehung“, erklärt Sigl am Montagmorgen um 9.15 Uhr. Vor einem Jahr musste das Duell mit Trentino auf der zweithöchsten europäischen Volleyball-Bühne aufgrund der Schneemassen und der Einsturzgefahr der Decke der Bayernwerk Sportarena in Unterhaching abgesagt werden. Heuer bringt der Orkan aber nicht nur eine Unbekannte mit sich, wie Sigl im Laufe des Tages feststellen wird: „Augenblicklich steckt die Mannschaft in Warschau fest. Es sollen heute noch sieben Flüge nach München gehen, aber sie wissen nicht, ob ihrer dabei sein wird.“

Bus oder Zug: Kurz vor halb elf das nächste Lebenszeichen der Ukrainer. Man versucht alles, um einen Plan B auf die Beine zu stellen. Man denkt an einen Flug nach Wien, um von dort mit dem Zug nach München zu fahren. Sigl: „Was nicht möglich ist, weil ja auch der Zugverkehr teilweise stillsteht.“

Was die Ukrainer anschließend zu Plan C bringt: Man könnte doch in Wien einen Bus mieten. Die Telefondrähte laufen heiß – Sigl und sein Team (Theresa Kloser, Alex Ruckriegel) organisieren vom Büro aus den gewünschten Transport.

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Mahlzeit: 12.10 Uhr, der Trip der Ukrainer bekommt die nächste Wendung: Weil die Züge stehen, der Bus generell teuer ist, ergibt sich in der Luft eine andere Möglichkeit: „Ich habe gerade erfahren, dass die Spieler auf drei Flieger verteilt werden sollen“, sagt Sigl mit einem Augenzwinkern.

Zurück zu Plan C: Am späten Nachmittag scheint sich die Lage zu entspannen: „Jetzt kann es nur noch kurzfristig sein, dass eines der Flugzeuge nicht in München landet. Aber im Moment sind keine Änderungen in Sicht“, meint Sigl entspannt, um gegen 17.30 Uhr die letzte Änderung per Telefon zu empfangen: „München geht doch nicht, man fliegt jetzt nach Wien und fährt dann mit dem Bus nach Unterhaching. Ende gut, hoffentlich alles gut.“

Lei-lei: Für beste Unterhaltung sorgt bei Sigl und Co. parallel die Cup-Geschichte vom Sonntag bei Hypo II. Dass die Kärntner einen Sinn für Humor haben, weiß man nicht erst seit dem Villacher Fasching. Für einen Witz hält Aich/Dob-Sportdirektor Martin Micheu den rot-weiß-roten Cup-Bewerb und darum ließ sich der 49-Jährige beim Auftritt bei Hypo II im dritten Satz einwechseln. Beim 3:0-Sieg seiner Truppe trug Micheu nicht seinen altbekannten gelb-blauen Trainingsanzug, sondern ein Dress mit der Nummer 49: „Für einen Angriff hat es – auch ohne Training seit 15 Jahren – gereicht. Dem Witzbewerb österreichischer Cup, bei dem es um nichts geht, habe ich endlich die richtige Gewichtung gegeben.“ Triumphiert sein Team im Halbfinale, gibt es eine Wiederholung: „Im Finale laufe ich wieder auf. Am liebsten im Maskottchen-Kostüm, aber das werden sie nicht zulassen.“

© Aich/Dob

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